Tomaten
Von Hightech-Gewächshäusern bis zur Snacktomate im To-go-Becher: Kaum ein Produkt vereint Dynamik, Differenzierung und Margenpotenzial so stark wie die Tomate.
Der EU-Markt in Zahlen
Die EU-Produktion frischer Tomaten lag 2024 laut EU-Kommission bei rund 6,5 Mio t und damit deutlich unter dem Niveau von 2016 (rund 7,5 Mio t). Nach mehreren rückläufigen Jahren zeigt sich zuletzt eine leichte Stabilisierung, das Gesamtvolumen bleibt jedoch unter früheren Höchstständen.
Zentrale Entwicklungen:
- Größter Produzent: Spanien bleibt trotz deutlicher Rückgänge seit 2016 (2.392.000 t) führend innerhalb der EU: 2024 wurden in Spanien 1.651.000 t Tomaten produziert.
- Stabile Nummer zwei: Italien hält seine Produktion über die Jahre vergleichsweise konstant - 2017 war mit 941.000 t der letzte Tiefpunkt, 2024 kamen 1.189.000 t aus Italien.
- Technologiestandort: Die Niederlande behaupten ihre Position als bedeutender Gewächshausproduzent mit relativ stabilen Mengen, die in den vergangenen zehn Jahren regelmä0ig zwischen 770.000 t (2022) und 910.000 t (2020) angesiedelt sind.
- Stärkster Zuwachs: Polen verzeichnet 2024 einen spürbaren Produktionsanstieg auf 934.000 t (2023: 817.000 t) und gewinnt innerhalb der EU an Gewicht.
Weltweite Tomatenexporte auf hohem Niveau
Wie die EU-Kommission in ihrem Trade Data Monitor aufzeigt, bewegt sich der weltweite Export frischer Tomaten seit Jahren auf hohem Niveau. Zwischen 2016 und 2025 lag er meist zwischen rund 7,6 Mio t und 8,6 Mio t pro Jahr.
Zentrale Entwicklungen im Exportmarkt
- Mexiko als größter Exporteur: Mexiko bleibt weltweit der größte Tomaten-Exporteur. Die Ausfuhren lagen zuletzt bei knapp 2 Mio t pro Jahr, über 50 % davon gehen in den US-amerikanischen Markt.
- Niederlande vor Spanien: Innerhalb Europas exportieren die Niederlande mit 928.000 t in 2024 mehr frische Tomaten als Spanien (686.000 t).
- Dynamik bei Marokko: Die Exporte von Marokko/Westsahara sind seit 2016 gestiegen, jedoch nach 2024 (767.000 t) auf rund 703.000 t in 2025 zurückgegangen.
- Rekordjahr 2024: Das Gesamtvolumen der weltweiten Tomatenexporte erreichte 2024 mit rund 8,6 Mio t den höchsten Wert seit 2016.
Tomatenmarkt-Konzentrat: Wer den europäischen Tomatenhandel dominiert
Der europäische Tomatenmarkt ist stark konzentriert: Wie Eurostat aufzeigt, entfällt ein Großteil des Handels auf wenige Länder, die die zentralen Warenströme innerhalb der EU bestimmen.
Zentrale Erkenntnisse aus den Handelsdaten:
- Hohe Marktkonzentration: Mit 1.338.000 t stemmten die Niederlande (835.000 t) und Spanien (503.000 t) 2025 zusammen über 58 % der gesamten EU-Exporte frischer Tomaten.
- Starker Drittstaatenlieferant: Marokko (inkl. Westsahara) lag 2025 mit 527.000 t Exporten in die EU auf Rang drei und ist damit der wichtigste Nicht-EU-Ursprung für den europäischen Markt.
- Verflechtung im Handel: Ein erheblicher Teil der marokkanischen Tomaten gelangt über Spanien und Frankreich in den europäischen Binnenmarkt.
- Klare Absatzschwerpunkte: Auf der Importseite konzentriert sich die Nachfrage ebenfalls stark: Deutschland blieb 2025 mit 754.000 t der größte Importmarkt innerhalb der EU und – weltweit liegt die BRD damit auf Platz 2 hinter den USA.
Tomaten in Deutschland: Echt beliebt, wenig produziert
- Trotz hohen Konsums ist der Anbau in Deutschland begrenzt, wie Destatis und Statista aufzeigen, so dass Tomaten-Importe weiterhin ein wichtiger Marktbestandteil bleiben.
Zentrale Kennzahlen
- Beliebtestes (Frucht-)„Gemüse“ der BRD: Tomaten liegen bei den deutschen Konsumenten auf Platz 1: Rund 22,7 kg wurden laut Statista 2024/25 pro deutschem Konsumentenkopf verzehrt.
- Begrenzte Produktion: 2025 wurden hierzulande rund 108.600 t Tomaten geerntet – nahezu vollständig im geschützten Anbau auf 388 ha Fläche.
- Strukturelles Defizit: Der hohe Konsum steht also einer vergleichsweise geringen heimischen Produktion gegenüber.
- Gemeinsam geschützt: Zusammen mit Gurken machen Tomaten rund 80 % des geschützten Gemüseanbaus in Deutschland aus.
Save the date: Der Fruitnet Tomato Congress
Wie entwickelt sich der Tomatenmarkt in den kommenden Jahren – und welche Themen werden die Branche bis 2030 prägen? Der Fruitnet Tomato Congress hat sich in den vergangenen Jahren als zentrale Plattform für genau diese Fragen etabliert. Nach einem inhaltlich starken Programm 2025 mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Konsumtrends, Innovationen und globale Handelsstrukturen richtet sich der Blick nun auf die nächste Ausgabe: Am 5. und 6. November 2026 trifft sich die Branche in Málaga. Auch diesmal dürfte der Kongress wieder zentrale Impulse für Produktion, Handel und Vermarktung liefern.
Wer den Tomatenmarkt nicht nur verfolgen, sondern verstehen will, sollte sich dieses Event schon jetzt vormerken.
Vorschau
Noch mehr frische Themen voraus: Weitere Specials in 2026!
Sie finden unser Sonderthema spannend, sind aber an einer anderen Branche noch stärker interessiert? Da haben wir natürlich schon etwas vorbereitet! 2026 werden wir weitere Specials anbieten, die Sie allesamt in unserem Themenplan finden. Dazu gehören natürlich unsere Sonderausgaben zur FRUIT LOGISTICA oder, später im Jahr, zum Deutschen Obst & Gemüse Kongress (DOGK) aber auch zu Produkten wie Kernobst oder Beeren sowie anlässlich unseres Forums re:think zum Schwerpunkt Verpackung, Kreislaufwirtschaft und Recycling.
Sie haben Interesse an einem der Themen und möchten dazu weitere Details? Melden Sie sich bei uns, wir freuen uns auf Ihre Nachricht!