von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Forschung: Neue TSWV-Stämme überwinden Resistenzen bei Tomaten und Paprika

Forschende haben neue Stämme des Tomato spotted wilt virus (TSWV) identifiziert, die bestehende Resistenzmechanismen bei Tomaten und Paprika überwinden können.

Tomaten und Paprika bei Tests des Leibniz Instituts/DSMZ
© DSMZ

Wie das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen mitteilt, seien die Ergebnisse gemeinsam mit dem italienischen Nationalen Forschungsrat (CNR) sowie BASF Nunhems Italy erarbeitet und kürzlich veröffentlicht worden.

Im Fokus der Untersuchungen standen sogenannte resistenzbrechende Virusvarianten, die in Tomaten- und Paprikabeständen nachgewiesen wurden. Diese könnten die Wirksamkeit bisher eingesetzter Resistenzstrategien beeinträchtigen und damit eine Herausforderung für den Anbau darstellen.

Traditionell hatte eine Kombination aus dem Anbau resistenter Sorten und der Bekämpfung der Virus-übertragenden Insekten als effektivste Strategie gegen TSWV gegolten, berichtet das Institut. „Da die Resistenz gegen TSWV bei Tomate und Paprika auf unterschiedlichen Genen beruht, galt eine wechselnde Fruchtfolge beider Kulturen lange als sichere und nachhaltige Methode, um das Risiko von Resistenzdurchbrüchen zu minimieren", erläutert Dr. Paolo Margaria, Leiter der Arbeitsgruppe Discovery and Diversity in der Abteilung Pflanzenviren an der DSMZ.

Neue Forschungserkenntnisse sind "wertvolle Grundlage"

Die aktuelle Studie habe jedoch neue Erkenntnisse geliefert: "Unsere Forschung zeigt nun, dass TSWV-Stämme existieren, die in der Lage sind, die Resistenz beider Pflanzenarten zu überwinden“, fährt Dr. Margaria fort. Wie die Studie ergeben habe, könnten bestimmte agronomische Praktiken die Selektion und Weiterverbreitung aggressiverer Virusvarianten sogar begünstigen, was bereits in Italien beobachtet wurde und auch auf andere Regionen zutreffen könnte. Eine Neubewertung aktueller Vorgehensweisen werde daher notwendig, so Dr. Margaria. Die neu gewonnenen Forschungserkenntnisse stellen laut Institut eine "wertvolle Grundlage" für das Verständnis von Abwehrmechanismen bei Nutzpflanzen dar.

Weitere Details sowie die vollständige Studie finden Sie auf der Webseite des Leibniz Institus: Tomaten- und Paprika-Anbau gefährdet - Leibniz Institute DSMZ