Delcored hat den „Härtetest bestanden“
Vor drei Jahren hat Andreas Blaser begonnen, den Apfel Delcored auf drei Hektar anzubauen – ein erst einmal kleiner Anteil der insgesamt 120 ha Kernobst, die zur Blaser Obst GmbH in Baden-Württemberg gehören. Doch der Testlauf ist gelungen, nun möchte er die Flächen ausweiten. Im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin berichtet der Geschäftsführer und Erzeuger von seinen Erfahrungen mit der Sorte.
„Die Hitze hat der Delcored gut überstanden“, blickt er auf den Rekordsommer zurück. „Ein Jahr stand er in einer Versuchsanlage ohne Hagelnetze – andere Äpfel hatten da Sonnenbrand, diese Sorte aber nicht“, fährt er fort. Die hohen Temperaturen hätten Delcored ebenso wenig negativ beeinflusst wie die Trockenheit, denn die Anlage sei auch nicht bewässert worden. „Das war für den Delcored kein Problem, er hat super Früchte gebracht im Vergleich zu anderen“, zeigt sich Andreas Blaser zufrieden. Den Härtetest habe der Apfel seiner Meinung nach „bestanden“. Natürlich ist kein Jahr wie das andere, und bei kühleren, nasseren Bedingungen müsste man noch sehen, wie sich die Sorte verhalte, doch dann habe Delcored den Vorteil der hohen Schorfresistenz, so dass er da keine Probleme erwarte, so der Produzent.
Hoher Pack-out und ein bis zwei Pflücken
Inzwischen sind wir im Herbst angekommen, und bei unserem Gespräch Ende Oktober ist die Ernte der Delcored-Äpfel bereits abgeschlossen; sie findet in der 2. bis 3. Oktoberwoche statt. Ausgefallen sei die Ernte in diesem Jahr „sehr gut“, stellt er fest. „Die Früchte haben eine sehr tolle Ausfärbung und sind stabil, haben also trotz der Temperaturen eine hohe Festigkeit. Auch der Geschmack ist super“, lobt Andreas Blaser. Den hohen Pack-out, den Georg Gallmetzer im Gespräch mit mir erwähnte (s. Ausgabe 19 des Fruchthandel Magazins), kann er bestätigen. „Die Ernteleistung ist wirklich hoch: die Früchte sind groß, die Ausfärbung top, da reichen ein bis zwei Pflücken. Auch beim Sortieren gab es wenig Ausfall, die Qualität stimmt einfach, wie sie am Baum hängt“, fasst er zusammen. Die Lagerfähigkeit schätzt er ebenfalls positiv ein, bis Juli/August sei Delcored „in Top-Qualitäten“ verfügbar, so sein Ausblick.
Der Vorteil geschützter Sorten
Die Voraussetzungen für diese Saison sind also mehr als gut. Nun geht es in die Vermarktung, wo Andreas Blaser den Delcored sowohl im Großhandel als auch im LEH positioniert – Letzteres aufgrund der Mengen zunächst in Süddeutschland. „Der Prozess der Einführung dauert ja auch einige Jahre“, so Andreas Blaser. Jetzt werde man sehen, ob die Sorte auf Dauer gut ankomme, wenn die Volumen steigen. „Die Sicherheit, dass eine Sorte bleibt, hat man nie“, ist er realistisch. Gerade bei neuen Sorten müsse man sich eben herantasten, und es gebe gerade nun mal sehr viele Apfelsorten auf dem Markt. Angesichts zunehmender Mengen an Clubäpfeln sieht er beim Delcored allerdings einen deutlichen Vorteil: „Der Delcored ist keine exklusive Clubsorte, wo weitere Zahlungen anfallen, sondern eine geschützte Sorte. Erzeuger, die sich für den Anbau entscheiden, können das nach Rücksprache mit Georg Gallmetzer und mir tun“, erklärt Andreas Blaser.
Guter Geschmack und hohe Erträge
Als weiteren Pluspunkt nennt er den hohen Ertrag der Bäume, „denn als Erzeuger habe ich nichts davon, wenn eine Sorte super schmeckt, aber einen geringen Ertrag hat“. Delcored vereine beides. Beim Field Day, den er Anfang Oktober auf seinem Hof veranstaltet hat, sei das Interesse am Delcored groß gewesen. Wenn ein Apfel erst einmal geerntet sei, könne man viel zur Qualität und zum Pack-out erzählen – hier konnten interessierte Landwirte den Apfel noch vor der Ernte begutachten. „Am Baum hängen die Äpfel so, wie sie sind, da sieht man genau, was Sache ist“, stellt er fest. Nach der Veranstaltung habe er „sehr positives Feedback“ erhalten. Erzeuger, die nun überlegen, den Delcored in ihr Sortiment aufzunehmen, berät er gerne persönlich und stellt ihnen die Sorte dann noch einmal ausführlicher vor. Auf der Interpoma in Bozen werde in diesem Jahr als Fachbesucher vertreten sein, erklärt er zum Abschluss unseres Gesprächs.