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Stiel, Farbe, Lage: Wie ein Roboter Äpfel in die Einlage legt

Am Ende der Sortierlinie bietet sich in vielen Packhäusern dasselbe Bild: Äpfel rollen heran, Hände greifen zu und legen Frucht für Frucht in die Mulden der Einlage, die ausgefärbte Seite nach oben. Die Arbeit ist eintönig, braucht Übung und lässt sich immer schwerer besetzen, weil Saisonkräfte fehlen und die Lohnkosten steigen.

Die neu entwickelte Linie Trayline von Frutmac im Überblick
© Frutmac

Das Legen ist schwer zu automatisieren, denn jeder Apfel hat sein eigenes Kaliber, seine Form und seine Färbung. Gestoßen oder gedrückt bekommt er Druckstellen, die oft erst Tage später im Regal sichtbar werden. Eine Maschine muss also erkennen, wie die Frucht liegt, wo Stiel und Blüte sitzen und welche Seite ausgefärbt ist, und sie dann behutsam in die richtige Mulde setzen.

Vom Zuführband bis in die Kiste

Frutmac hat dafür eine Packstraße gebaut. Die Früchte kommen aus der Sortierung über ein Zuführband. Eine kameragesteuerte Weiche und Rüttelplatten verteilen sie auf mehrere Kanäle, ohne sie zu schieben. Parallel laufen die leeren Einlagen in die Anlage. Dann folgt der Legeschritt: 3D-Kameras erfassen Einlage und Frucht, eine KI wertet Lage, Stiel und Farbe aus und gibt die Daten an die Roboterarme weiter. Sie setzen jede Frucht in ihre Mulde, je nach Programm mit Stiel und Blüte in einer Richtung oder mit der ausgefärbten Seite nach oben.

Am Ende übernimmt der Kistenfüller mit bis zu 20 Einlagen pro Minute. Ein ausfahrbares Zungenband setzt die gefüllten Einlagen sanft in die Kiste, in Kunststoff- oder Kartonkisten, ein-, zwei- oder fünflagig. Die Arbeitshöhe passt sich der Kiste an, das Personal am Band behält die Qualität im Blick. Bei einlagiger Ware geht es auch umgekehrt: Die Einlage liegt schon vor dem Befüllen in der Kiste, der Roboter legt die Früchte direkt hinein, und die Kiste läuft über eine Bypass-Funktion durch.

Frutmac nennt die Linie Trayline, ihr Herzstück mit Kameras und Roboterarmen heißt Traybot, der Kistenfüller Boxfiller. „Die Kamera sieht jede Frucht einzeln, und das System lernt im Betrieb dazu“, sagt Geschäftsführer Stephan Christoph. „So liegt in jeder Kiste jede Frucht gleich, auch in der Hochsaison, wenn die Leute knapp sind.“ Die einzelnen Elemente lassen sich auch in eine bestehende Packstraße einbauen.

Schalen ohne Kunststoff, Kisten im Dauerbetrieb

Zwei weitere Neuheiten setzen am Anfang und am Ende der Packlinie an. Vor zwei Jahren hat Frutmac die Jollypack VARIO vorgestellt, eine kompakte Maschine, die Kartonschalen aus einem Magazin entstapelt und mit runden Früchten befüllt. Seitdem wurde sie weiterentwickelt: Sie ist schmäler gebaut, arbeitet schneller, transportiert die Früchte sanfter und läuft mit einer neuen Software. Um diese Maschine herum hat Frutmac mit der Flapsolution ein vollständiges System aufgebaut, von der Laschenschale aus Karton über das Befüllen bis zum Verschließen der Lasche, verzahnt, verklebt oder mit Etikett. Der Betrieb bekommt einen geschlossenen Verpackungsprozess, Schalen und Maschinen aus einer Hand, ohne Kunststoff. Gedacht ist das System vor allem für Betriebe, die wegen der EU-Verpackungsverordnung PPWR von der Kunststoffschale auf Karton umstellen.

Am Ende der Linie steht der Boxer PRO, die neue Generation der Frutmac-Kistenaufrichter. Er arbeitet schneller als sein Vorgänger Boxer+, ist mit bürstenlosen Antrieben für den Dauerbetrieb gebaut und braucht wenig Platz. Beschädigte Kisten erkennt und sortiert er selbst aus.

Drei Premieren zum Fünfzigsten

Dass Frutmac gleich drei Neuheiten auf einmal vorstellt, hat einen Anlass: Das Unternehmen aus Nals bei Bozen (I) feiert sein 50-jähriges Bestehen. In fünf Jahrzehnten hat es sich zu einem kontinuierlich und gesund gewachsenen Betrieb mit einem eingespielten Team aus erfahrenen Fachkräften entwickelt, der komplette Packlinien für Obst und Gemüse plant, baut und betreut, samt Verpackungsmaterial und Service. „Angefangen haben wir mit den ersten Verpackungslösungen für die Apfelwirtschaft“, sagt Christoph. „Heute automatisieren wir ganze Packlinien mit KI, für Äpfel und viele andere Früchte. Neue technische Möglichkeiten haben wir immer früh für unsere Kunden genutzt.“

Zu sehen sind alle drei Lösungen auf der Interpoma, vom 25. bis 27. November 2026 in Bozen, Halle CD, Stand C19/46-54. Unten erhalten Sie einen ersten Einblick in der Fotogalerie.

Eindrücke der Frutmac-Innovationen

Detailaufnahmen des Traybots von Frutmac
Blick in den Traybot, das Herzstück der Linie Trayline
© Frutmac
Die Jollypack VARIO von Frutmac
Die neue Version der Jollypack VARIO ist schmäler, schneller, transportiert die Früchte sanfter und läuft mit einer neuen Software.
© Frutmac
Die Jollypack VARIO von Frutmac
Die Jollypack VARIO entstapelt Kartonschalen aus einem Magazin und befüllt sie mit runden Früchten.
© Frutmac
Der Traybot von Frutmac
„Die Kamera sieht jede Frucht einzeln, und das System lernt im Betrieb dazu“, sagt Geschäftsführer Stephan Christoph über den Traybot.
© Frutmac
Der Kistenaufrichter Boxer PRO von Frutmac
Der Kistenaufrichter Boxer PRO arbeitet schneller als sein Vorgänger und braucht wenig Platz.
© Frutmac
© Frutmac