von Daniel Schmidt 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Agraya Summit: Neue Nachhaltigkeitslösung soll Betriebe entlasten

Mehr als 300 Teilnehmende aus über 45 Ländern sind vom 27. bis 29. Oktober zum Agraya Summit 2026 in Bologna gekommen. Das teilt die Agraya GmbH mit, unter deren Dach die Labelmarken GLOBALG.A.P. und GGN geführt werden. In 30 Sessions mit über 50 Referierenden diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Erzeugung, Handel, Zertifizierung und Nichtregierungsorganisationen über gemeinsame Lösungen für die Landwirtschaft.

Agraya Summit 2026 - Networking
© Agraya

Mit dabei waren unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), das italienische Landwirtschaftsministerium (MASAF), BASF, Driscoll’s, Fyffes, Aldi und Edeka. „Echter Wandel lastet nicht allein auf den Schultern der Landwirtinnen und Landwirte. Es braucht Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagte Agraya-CEO Elmé Coetzer-Boersma. Das Wissen der Betriebe zeige, was in der Praxis funktioniere und was lediglich zusätzliche Belastung schaffe.

Ein Ansatz statt mehrerer Add-ons

Im Mittelpunkt stand die Environmental Sustainability Solution (ESS), die Agraya derzeit entwickelt. Sie soll schrittweise eingeführt werden und es Betrieben ermöglichen, sowohl die Einhaltung zentraler Umweltanforderungen als auch messbare Fortschritte nachzuweisen. Nach Angaben des Unternehmens soll ESS bestehende umweltbezogene GLOBALG.A.P.-Add-ons zusammenführen, etwa das Programm zur nachhaltigen Bewässerung und Grundwassernutzung (SPRING) sowie das Modul BioDiversity. So soll der Auditaufwand für Erzeugerbetriebe sinken. An der Entwicklung waren mehr als 100 Organisationen beteiligt, darunter Erzeuger, Handel, Zertifizierungsstellen und Forschungseinrichtungen.

Einig waren sich die Fachleute auf dem Summit darin, dass neue Lösungen den Betrieben von Anfang an einen spürbaren Nutzen bringen müssten. Gemeint sind etwa niedrigere Kosten, weniger Verwaltungsaufwand oder ein besseres Risikomanagement. Neue Technologien sollten zudem gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten entwickelt und erprobt werden, die sie später einsetzen.

Auszeichnungen für Frauen in der Landwirtschaft

Passend zum Internationalen Jahr der Bäuerin der Vereinten Nationen vergab Agraya die Changemaker Awards 2026 an Projekte von und für Frauen. Aus mehr als 80 Bewerbungen wurden drei Projekte ausgezeichnet:

AgriEdge aus Marokko bildet Frauen im Drohneneinsatz für Pflanzenbeobachtung und Präzisionsspritzung aus. FKKB Sahakari Samiti aus Indien verbindet mit der Initiative „Market on Wheels“ mehr als 1.600 Frauen aus abgelegenen Gemeinschaften direkt mit Märkten. Und das kenianische Programm SCOPE verknüpft Permakultur-Bildung mit neuen Einkommensquellen für Frauen.