von Inga Detleffsen 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Südtirol im Wasserstress - und die Äpfel?

Über das Dekret mit zahlreichen Wassersparmaßnahmen der Südtiroler Landesregierung hatten wir bereits gestern berichtet - den dazugehörigen Artikel finden Sie noch einmal am Ende des Artikels. 

Bergpanorama im Vinschgau, Südtirol
© VIP

Zwischen Hitze und Hagel, Wassersparen und Wirtschaftlichkeit - wie ergeht es dabei den Südtiroler Äpfeln? Wir haben nachgefragt.

„Mit den hohen Temperaturen der vergangenen Wochen sind die Äpfel bislang gut zurechtgekommen“, teilt uns VOG-Direktor Walter Pardatscher mit. „Im aktuellen Stadium der Vegetation stellen die Temperaturen keine außergewöhnliche Belastung dar. Zudem kann durch die verbreitete Tropfbewässerung vieles ausgeglichen werden.“

Nicht nur in Deutschland, auch in Südtirol hat es in diesem Jahr Unwetter mit Hagel gegeben. „Die Auswirkungen auf den Apfelanbau betreffen glücklicherweise immer weniger Flächen, da unsere Apfelbauern seit Jahren konsequent in Schutzmaßnahmen investieren. Auf VOG-Ebene sind mittlerweile knapp 80 % der Anbauflächen durch Hagelnetze geschützt", erklärt Walter Pardatscher. „Bei vertraglich geregelten Sorten liegt der Anteil der geschützten Flächen sogar bei knapp 100 %“, fährt er fort.  

Die Netze bieten dabei mehrere Vorteile. „Neben dem Schutz vor Hagel reduzieren sie auch die direkte Sonneneinstrahlung und senken damit das Risiko von Sonnenbrandschäden an den Früchten. Solche Schutzsysteme sind zwar mit entsprechenden Investitionen verbunden, tragen aber wesentlich dazu bei, die Qualität und Verfügbarkeit der Ernte langfristig abzusichern“, betont der VOG-Direktor.  

Zur aktuellen Wetterlage ergänzt er: „Mit Blick auf den bevorstehenden Erntestart sind die Witterungsbedingungen in Südtirol derzeit vielversprechend. Vor allem die aktuell ausgeprägten Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fördern die Ausfärbung und Qualitätsentwicklung der Früchte. Extreme Temperaturen sind bislang ausgeblieben, sodass die Voraussetzungen für eine gute Ernte derzeit günstig sind“, so Walter Pardatscher abschließend.

Investitionen in die Zukunft

Vom gefrorenen zum fehlenden Wasser: Wie sieht es mit den Wassersparmaßnahmen aus, haben diese große Auswirkungen auf die Apfelbauern? „Mittlerweile ist eine Doppelausstattung Standard“, gibt Martin Pinzger, Direktor bei VIP, dem Fruchthandel Magazin einen Einblick, sprich: Anlagen zur Oberkronenberegnung werden durch Tropfbewässerung ergänzt. 

Das sind meist kostspielige, aber sinnvolle Investitionen - sie helfen konkret, Wasser einzusparen, und zwar „im großen Stil“, wie Martin Pinzger hervorhebt. Er schätzt, dass bereits 80 % der landesweiten Apfelplantagen so ausgerüstet sind. „Hier wurde in den letzten Jahren richtig und rechtzeitig gehandelt“, betont er. Bei den hohen Temperaturen und der aktuellen Wasserknappheit werden also entweder nur Tropfer eingeschaltet und vollständig auf die Oberkronenberegnung verzichtet oder, wenn überhaupt, letztere möglichst in den Nacht- und Morgenstunden genutzt, erklärt er. Für den Frostschutz seien die Anlagen allerdings tatsächlich „unabdingbar“, bestätigt er die Aussagen der Landesagentur, die Sie im untenstehenden Artikel nachlesen können.

„Wasser ist das neue Gold“, stellt dazu auch Jürgen Braun, Geschäftsführer von Adema, fest. Nicht ohne Grund forsche man seit Jahrzehnten an Apfelsorten, die dem Klimawandel inklusive seiner Auswirkungen, sei es Wasserknappheit, Erderwärmung oder andere Phänomene, Rechnung tragen. 

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Welche neuen Entwicklungen die Branche erwarten darf, wird sich u.a. auf der der bevorstehenden Prognosfruit (5.-7. August, Konstanz) und auf der Interpoma (25.-27. November, Bozen) zeigen. Wir sind natürlich auch dabei und halten Sie mit dem Fokusthema Kernobst in Ausgabe 19 (erscheint am 11.9.) sowie einer weiteren ausführlichen Berichterstattung in Ausgabe 23 (ab 6.11.) auf dem Laufenden.

 

Hier gibt es noch den Artikel mit weiteren Details über die Wassersparmaßnahmen in Südtirol zu lesen: zum Artikel