„Keine Oberkronenberegnung von 6 bis 21 Uhr“: Südtirol reagiert auf anhaltende Trockenheit
Nach einer außergewöhnlich langen Trockenperiode mit hohen Temperaturen, fehlenden Schneereserven und unzureichenden Niederschlägen und einer Empfehlung des Wassernotstandskomitees vom 16. Juli hat der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher am 20. Juli per Dekret mehrere Maßnahmen erlassen, um die Wasserversorgung Südtirols in den kommenden Wochen zu sichern.
Gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten
Die Betreiber der strategischen Staubecken Vernagt, Reschen, Zoggler und Zufritt werden im Dekret aufgefordert, den sog. pulsierenden Abfluss (Hydro-Peaking), also die durch den Kraftwerksbetrieb verursachten Schwankungen im Wasserabfluss der Etsch, durch geschicktes Produktionsmanagement zu reduzieren.
Wasserableitungen sollen künftig verstärkt kontrolliert werden, insbesondere im Hinblick auf genehmigte Ableitungszeiträume und vorgeschriebene Restwassermengen. Ein besonderes Augenmerk gelte Entnahmen aus Kanälen oder Gräben zur Gartenbewässerung.
Weitere Bereiche betreffen die Bewässerung von privaten, öffentlichen oder touristisch genutzten Grünflächen. Nicht explizit erwähnt werden allerdings die Hotelbetreiber - für Südtiroler Anwohnende ein Dorn im Auge, wie die Kommentarspalte einer Südtiroler Tageszeitung unter einem entsprechenden Artikel zeigt. "So lang die Wellnesstempel mit ihren Pools ungehindert laufen, erzählt mir niemand was vom Wasser sparen", heißt es da unter anderem.
„Wasser wird in den kommenden Wochen eine noch wertvollere Ressource sein. Die Landwirtschaft ist darauf angewiesen, gleichzeitig trägt sie aber auch Verantwortung für einen sparsamen Umgang mit dem verfügbaren Wasser. Die beschlossenen Maßnahmen sind Ausdruck einer gemeinsamen Anstrengung aller Sektoren”, bewertet Landwirtschafts-Landesrat Luis Walcher den Schritt.
Die Einhaltung der Bestimmungen im Bereich landwirtschaftliche Bewässerung überwachen laut Dekret die Forststationen und Gemeinden; Übertretungen sollen dem Amt für nachhaltige Gewässernutzung gemeldet werden. Man werde die Entwicklung fortlaufend beobachten, um bei Bedarf nachsteuern zu können, heißt es in der Mitteilung der Südtiroler Landesregierung abschließend.
Wie sich Südtirols Apfelspezialisten von VOG und VIP zum Thema Wasser äußern, lesen Sie hier: zum Artikel