Grundlage sind zwei repräsentative Umfragen in der deutschsprachigen Schweiz. Diese untersuchten, wem Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für agrar- und ernährungspolitische Ziele, von Tierwohl und Biodiversität bis hin zu nachhaltigem Konsum, zuschreiben.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass viele Menschen in der Schweiz ein umfassendes Verständnis des Ernährungssystems haben und eine geteilte Verantwortung aller Akteure sehen. Staat, Landwirtschaft, Einzelhandel und Konsum werden durchwegs als (sehr) verantwortlich wahrgenommen. Während in klassischen agrarpolitischen Fragen der Staat als Hauptakteur gilt, wird bei Konsumthemen den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine besonders große Rolle zugesprochen.
Akzeptanz politischer Maßnahmen
Zudem zeigt sich: Je stärker der Staat auch beim Konsum als verantwortlich angesehen wird, desto größer ist die Akzeptanz politischer Maßnahmen. Das triff der Studie zufolge selbst auf solche zu, die in individuelle Konsumentscheidungen eingreifen. Dazu zählen etwa Steuern auf bestimmte Produkte oder Vorschriften für Kantinen.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass ein Großteil der Bevölkerung Produktion und Konsum als eng miteinander verbundene Bereiche begreift. Damit wächst auch die Erwartung an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, gemeinsam an der Transformation zu nachhaltigeren Ernährungssystemen zu arbeiten. Wie es heißt, sollte die neue, konsumseitige Rolle des Staates dabei so kommuniziert werden, dass sie als Unterstützung verstanden wird und nicht als Bevormundung.