Moldawiens Apfelbauern ernten an der Rentabilitätsgrenze
Niedrige Erzeugerpreise und steigende Betriebskosten setzen die Wirtschaftlichkeit des Apfelanbaus in Moldawien laut einem Bericht von EastFruit (www.east-fruit.com) zunehmend unter Druck. Zu geringe Auszahlungspreise treffen demnach auf steigende Kosten für Kraftstoff, Strom und Arbeitskräfte.
Für viele Betriebe werde die Ernte zunehmend zu einer wirtschaftlichen Herausforderung, so EastFruit unter Berufung auf das moldauische Fachmedium AgroExpert. Wie angespannt die Lage sei, verdeutliche das Beispiel eines Apfelbauern aus Lipcani. Ihm werden derzeit lediglich 1,80 bis 1,90 moldawische Lei (ca. 10 Eurocent) je Kilogramm Äpfel geboten. Gleichzeitig kostet eine Tonne Dieselkraftstoff rund 36.000 Lei (ca.1778 Euro). Um allein diese Menge Kraftstoff zu finanzieren, müsse der Betrieb etwa 22 t Äpfel verkaufen, was einer vollständigen Lkw-Ladung entspreche. Zusätzlichen Kostendruck verursacht die Ernte selbst. Nach Angaben von Erzeugern belaufen sich die Erntekosten auf rund 0,50 Lei (0,02 Eurocent) je Kilogramm. Für die Arbeiten benötigt der Betrieb etwa 14 Saisonarbeitskräfte, deren Löhne ebenfalls erwirtschaftet werden müssen. Hinzu kommen Steuern sowie laufende Aufwendungen für die Pflege der Obstplantagen. Das Beispiel zeige, wie stark die gestiegenen Betriebsmittelkosten die Wertschöpfung im moldawischen Apfelsektor beeinträchtigen. Selbst wenn die gesamte Ernte vermarktet werden könne, sei damit noch keine ausreichende Liquidität zur Deckung der laufenden Betriebskosten gewährleistet.