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Costa Rica: Bananenbranche fordert deutlich höheren Mindestexportpreis

Die Bananenproduzenten in Costa Rica wollen den Mindestexportpreis für ihre Früchte im kommenden Jahr deutlich anheben. Wie die Nationale Bananengesellschaft Costa Ricas (CORBANA) mitteilt, hat man im Oktober 2026 eine Erhöhung um 9,91 % für 2027 empfohlen.

Bananenstaude mit unreifen Früchten

Damit soll der FOB-Preis für eine Exportkiste der ersten Qualität mit einem Gewicht von 18,14 kg von bislang 10,14 US-Dollar auf 11,15 US-Dollar steigen. Hintergrund sind die wachsenden wirtschaftlichen Belastungen der Branche. Steigende Produktionskosten, ungünstige Witterungsbedingungen und die Aufwertung des costa-ricanischen Colón gegenüber dem US-Dollar setzen die Rentabilität der Bananenbetriebe zunehmend unter Druck, so CORBANA in einem Pressestatement.  Der bisherige Mindestexportpreis wurde seit sieben Jahren nicht mehr angepasst.

Höhere Kosten und geringere Erträge belasten Produzenten

Besonders die Wechselkursentwicklung stellt die exportorientierte Branche vor Herausforderungen. Da ein Großteil der Produktionskosten in der Landeswährung anfällt, verteuern sich diese bei einer Aufwertung des Colón. Gleichzeitig ist dem Verband zufolge die Produktivität in den vergangenen zwei Jahren aufgrund ungünstiger klimatischer Bedingungen in den Bananenanbaugebieten zurückgegangen. Zusätzlichen Kostendruck verursachen teurere Betriebsmittel und Materialien. Dazu zählen insbesondere Kartonagen für Verpackungen, Düngemittel sowie Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Black Sigatoka (Schwarze Sigatoka). Die durch Pilzbefall verursachte Pflanzenkrankheit gehört zu den größten Herausforderungen im Bananenanbau und erfordert kontinuierliche Investitionen in den Pflanzenschutz. Sinkende Erntemengen verschärfen die Situation zusätzlich: Wenn weniger exportfähige Bananenkisten produziert werden, verteilen sich die laufenden Kosten auf geringere Absatzmengen. Das belastet die Gewinnmargen der Unternehmen. Die vorgeschlagene Preisanpassung basiert auf einer Überprüfung der Produktions- und Vermarktungskosten. Zwar wird das technische Berechnungsmodell für den Referenzwert jährlich aktualisiert, der tatsächliche Mindestexportpreis blieb jedoch über sieben Jahre unverändert. Marcial Chaverri, Generaldirektor von CORBANA, verwies auf die gestiegenen Kosten und die schwierigen Produktionsbedingungen. Insbesondere die Wechselkursentwicklung und das Klima hätten die Branche belastet. Eine Anpassung des Mindestpreises könne dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der costa-ricanischen Bananenwirtschaft zu sichern.
Noch ist die Erhöhung nicht beschlossen. Die Empfehlung stellt zunächst einen Vorschlag dar, der im Rahmen des Verfahrens zur Festlegung des Mindestexportpreises für die Saison 2027 geprüft werden muss.