Sormac: Sanfte Hürden gegen hartnäckige Blattläuse
Frisch und knackig: So möchten die Konsumenten ihren Salat, und selbstverständlich ohne unerwünschte Beilagen wie Blattläuse. Doch genau das wird zunehmend zu einer Herausforderung. Denn der von Brüssel verordnete Wegfall von Pflanzenschutzmitteln zur Blattlausbekämpfung erschwert nicht nur die Arbeit im Anbau, sondern auch die nachgelagerte Verarbeitung. Doch wie lässt sich das Blattlausproblem entlang der Wertschöpfungskette angehen?
Bewegung als erste Hürde
Der erste Schritt erfolgt noch vor dem eigentlichen Waschen. „Beim sogenannten ,Knock-off‘ fährt der Salat über ein Förderband. Unterhalb des Bandes befindet sich eine Welle, die immer wieder kurz gegen die Unterseite des Förderbands schlägt und so den Salat sanft und ganz kurz von der Förderfläche abheben lässt. Blattläuse, die nicht fest am Blatt haften, werden durch diese Bewegung gelöst.“ Anschließend folgen Vorwäsche, Waschen und Spülen.
Ruud Schreurs ergänzt: „Mit der Frage, wie sich Blattläuse beim Waschen möglichst effektiv vom Salat lösen lassen, beschäftigen wir uns schon seit einiger Zeit. Verschiedene Versuche mit Flotations-Waschmaschinen, bei denen der Salat in einem Wasserbecken durch Wasserströmung und Lufteintrag bewegt wird, zeigten, dass sich durch das Zusammenspiel von Wasserströmung, Lufteintrag und schonender mechanischer Bewegung über 90 % der Blattläuse entfernen ließen.
Auch Wasserbewegung und gezielte Sprühmuster können dazu beitragen, dass sich Blattläuse und deren Nymphen lösen. Einen zusätzlichen Effekt zeigte eine zweite Waschphase.“ Ein oder zwei Kleinteilenseparatoren könnten die Wirkung weiter verbessern. Diese entfernen Blattläuse und andere kleine im Wasser schwimmende Teilchen.
„In die Optimierung unserer Kleinteilenseparatoren sind viel Arbeit und Sachverstand geflossen. Das zeigt sich am Ergebnis: Sie trennen Fremdpartikel mit einem sehr hohen Wirkungsgrad vom Produkt – mehr als die entsprechenden Systeme in den meisten herkömmlichen Waschmaschinen.“ Eine abschließende Sprühvorrichtung Wasser zu verbrauchen und ohne das Produkt mechanisch zu belasten.
Blattläuse aus dem Waschwasser entfernen
Doch mit dem Ablösen der Blattläuse vom Salat ist das Problem noch nicht gelöst. Denn wenn die Läuse nicht ausreichend aus dem rezirkulierten Prozesswasser herausgefiltert werden, kontaminieren sie das Produkt erneut. Konventionelle Filtersysteme filtern Fremdpartikel nur bis zu einer bestimmten Größe aus dem Wasser. „Dies optimiere das Ergebnis. Sormac habe verschiedene Düsen ausprobiert und eine Kombination gefunden, die Blattläuse abspült, ohne unnötig viel könnte zur Folge haben, dass die Konzentration der Blattläuse im zirkulierenden Waschwasser kontinuierlich zunimmt. In unserem Labor haben wir deshalb untersucht, welche Größe die Blattläuse haben und welche Technologien sich für ein effektives Filtern eignen. Auf Grundlage umfangreicher Labor- und Felduntersuchungen haben wir unser Bogensieb und das Filtrationssystem weiterentwickelt und für die Entfernung von Blattläusen optimiert. Die Filtrationstechnologie wird dabei direkt im Hauptstrom des zirkulierenden Prozesswassers eingesetzt. Dadurch wird das gesamte Umlaufwasser kontinuierlich über das Filter geführt.“ Um die verschiedenen Prozessschritte in Kombination untersuchen zu können, hat Sormac eine groß dimensionierte Versuchsanlage gebaut. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird die Kombination der einzelnen Schritte dort in Zusammenarbeit mit namhaften niederländischen Gemüseverarbeitern weiter getestet und optimiert.
Auch für andere Schädlinge
Nach Angaben des technischen Geschäftsführers lässt sich der Prozess auch bei Produkten einsetzen, die mit anderen Schädlingen, etwa Fruchtfliegen, belastet sind. Sowohl der Waschprozess als auch das Filtrationssystem lassen sich laut Sormac in bestehenden Verarbeitungslinien nachrüsten. Parallel dazu läuft die Forschung weiter. Dabei soll die Technik weiter optimiert werden, damit die Blattläuse am Ende keine unerwünschte Beilage im Salat sind.