Nach Angaben von Biserka Milić, Professorin an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Novi Sad, lag die durchschnittliche Jahrestemperatur in Serbien im vergangenen Jahrzehnt nahezu zwei Grad Celsius über dem Mittel der Referenzperiode 1981 bis 2010. Gleichzeitig gingen die jährlichen Niederschläge um rund 20 Millimeter zurück. Die milderen Winter begünstigen den Anbau wärmeliebender Kulturen, die bislang als zu frostempfindlich für das serbische Klima galten. Beispiele sind Kiwis in der Nähe von Zrenjanin, Pistazien bei Niš sowie Kakis und Oliven auf dem Fruška Gora. Vor allem Kakis und Kiwifrüchte gelten als aussichtsreiche Kulturen für die veränderten Klimabedingungen. Später blühende Obstarten können zudem das Risiko von Schäden durch Spätfröste verringern. Gleichzeitig steigt der Anpassungsbedarf im traditionellen Obstanbau. Kulturen, die früher ohne künstliche Bewässerung auskamen, benötigen zunehmend zusätzliche Wasserversorgung. Auch Hagel- und Schattennetze, Frostschutzmaßnahmen, Windschutz sowie geschützte Anbausysteme gewinnen an Bedeutung. Milić zufolge müssen die Erzeuger künftig verstärkt auf geeignete Standorte und Sorten sowie auf angepasste Produktionssysteme setzen. Dazu zählen auch Gewächshäuser und Folientunnel, mit denen sich die Auswirkungen ungünstiger Witterungsbedingungen besser kontrollieren lassen. Für die serbische Obstwirtschaft bedeutet der Klimawandel damit nicht nur eine Verschiebung der geeigneten Anbaugebiete und Kulturarten. Zugleich wächst der Bedarf an technischen Lösungen, die eine zuverlässigere Wasserversorgung ermöglichen und die Produktion vor extremen Wetterereignissen schützen.