von Michael Schotten 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Belgien: Bio-Markt in Flandern legt zu – Preis bleibt größte Hürde

Bio-Produkte bleiben in Flandern trotz steigender Umsätze ein Nischenmarkt. Im Jahr 2025 gaben die flämischen Verbraucher insgesamt 655 Mio Euro für Bio-Lebensmittel aus, das sind 8 % mehr als im Vorjahr. Darüber berichtete der flämische Agrarnachrichtendienst VILT unter Verwendung von Daten von Flanderns-Agrar-Marketing Büro VLAM. 

Tomaten und Gurken gemischt

Der Anteil von Bio an den gesamten Lebensmittelausgaben stieg demnach auf 3,3 %. Allerdings ist das Wachstum auch auf deutlich gestiegene Preise für Bio-Produkte zurückzuführen. Die aktuelle VLAM-Studie zeigt zugleich, wie stark der Preis die Kaufentscheidung beeinflusst. Mehr als 60 % der Befragten geben an, Bio zu wählen, wenn das Produkt genauso viel kostet wie die konventionelle Alternative. Bereits bei einem Aufpreis von fünf Prozent sinkt dieser Anteil um zehn Prozentpunkte.

Bei Obst und Gemüse besonders relevant

Frischeprodukte machen dem Bericht zufolge rund die Hälfte der gesamten Bio-Ausgaben in Flandern aus. Zwischen 2023 und 2025 konnten Bio-Produkte bei frischem Obst, Gemüse sowie Fleisch und Geflügel ihren Mengenanteil ausbauen. Bei Kartoffeln, Eiern und Milchprodukten war dagegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Frisches Bio-Gemüse erreicht innerhalb des Bio-Frischesegments die größte Reichweite. 72 % der flämischen Haushalte kauften im Jahr 2025 mindestens einmal frisches Bio-Gemüse. Ein kaufender Haushalt griff dabei durchschnittlich achtmal im Jahr zu Bio-Gemüse. Damit entfielen 6 % der insgesamt zu Hause konsumierten Menge an frischem Gemüse auf Bio. Der durchschnittliche Preis für Bio-Gemüse lag dabei rund 10 % über dem Preis für frisches Gemüse insgesamt.
Neben dem Preis stellt laut VLAM auch das Wissen über Bio eine Herausforderung dar. Die Untersuchung zeigt, dass viele Verbraucher nur begrenzte Kenntnisse darüber haben, was biologische Produktion konkret ausmacht. Damit besteht neben der Preisfrage auch ein Informationsdefizit, das die Kaufentscheidung beeinflussen kann. Die aktuelle Bio-Studie zeichnet damit ein differenziertes Bild: Der Bio-Markt in Flandern wächst, bleibt mit einem Anteil von 3,3 % aber vergleichsweise klein. Vor allem beim Preis zeigt sich eine deutliche Sensibilität der Verbraucher – bereits geringe Preisaufschläge können die Bereitschaft zum Bio-Kauf erheblich reduzieren.