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Bayerns Kartoffel- und Obsternte deutlich im Minus

Das Erntedankfest, das traditionell am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird, erinnert jährlich an die zentrale Bedeutung der Landwirtschaft für die Versorgung der Bevölkerung. Doch in diesem Jahr stand es unter dem Eindruck einer schwierigen Vegetationsperiode.

Äpfel in Kiste auf Plantage
© Ron Tiew/AdobeStock

Ein mildes, trockenes Frühjahr, gefolgt von Hitzewellen und einer langanhaltenden Trockenphase, setzte den Kulturen spürbar zu. Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik fällt die Kartoffelernte mit voraussichtlich 1,2 Mio t im Vergleich zum Vorjahr um 36,2 % niedriger aus und markiert damit einen deutlichen Einbruch.

Auch die Obsternte zeigt ein belastetes Bild: Die Apfelernte 2026 sinkt auf rund 22.000 t und liegt damit 33,5 % unter dem Vorjahresergebnis. Auch die Birnenernte muss mit rund 2.700 t einen Rückgang um 20,1 % zum Vorjahr hinnehmen. Bei den Süßkirschen werden dieses Jahr rund 1.900 t erwartet – ein Rückgang um 9,4 %. Die Sauerkirschenernte fällt mit rund 300 t voraussichtlich um 14,8 % geringer aus als im Vorjahr.

Kartoffelernte bricht massiv ein

Bayern ist nach Niedersachsen und Nordrein-Westphalen das drittwichtigste Kartoffelanbauland in Deutschland. 2026 haben die bayerischen Landwirte den Schätzungen zufolge 1,2 Mio t Kartoffeln geerntet. Das entspricht einem Rückgang um 36,2 % gegenüber dem Vorjahr (1,9 Mio t) und 26,4 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (1,6 Mio t). Der Hektarertrag liegt mit 326,4 dt/ha ebenfalls deutlich unter den Vergleichswerten. Er fällt um 28,7 % geringer aus als 2025 (458,1 dt/ha) und liegt um 21,3 % unter dem Mittelwert der Jahre 2020 bis 2025 (414,7 dt/ha). Rechnerisch kann damit jede im Freistaat lebende Person mit rund 91 kg heimischer Kartoffeln versorgt werden.

Apfel- und Birnenernte in Bayern deutlich unter Vorjahres- und Langzeitniveau

Der Verzehr von Obst ist ein zentraler Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Doch die aktuellen Schätzungen der Ernteberichterstatter im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung (EBE) Baumobst zeigen für 2026 ein deutliches Minus. Die Apfelernte fällt mit rund 22.000 t massiv geringer aus und liegt um 33,5 % unter dem Vorjahresniveau (33.172 t). Auch im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2020 bis 2025 (31.915 t) ergibt sich ein deutlicher Rückgang um 30,9 %. Die Birnenernte bleibt ebenso klar hinter den Erwartungen zurück. Mit rund 2.700 t liegt sie um 20,1 % unter dem Ergebnis von 2025 (3.331 t). Gegenüber dem langjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (4.637 t) beträgt das Minus gar 42,6 %. Rein rechnerisch entfallen damit auf die bayerische Bevölkerung pro Kopf lediglich rund 1,7 kg Äpfel und 0,2 kg Birnen aus heimischem Anbau.

Auch die Kirschenernte liegt 2026 hinter den Erwartungen

Die diesjährige Kirschenernte wird voraussichtlich insgesamt rund 2.200 t erreichen und liegt damit um 10,2 % unter dem Vorjahreswert (2.419 t). Bei den Süßkirschen wird eine Erntemenge von rund 1.900 t erwartet. Das ist ein Rückgang um 9,4 % gegenüber dem Vorjahr und liegt um 11,3 % unter dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (2.094 t). Für die Sauerkirschen wird eine Erntemenge von voraussichtlich rund 300 t geschätzt. Gegenüber dem Vorjahrswert mit 370 t ergibt sich ein Minus in Höhe von 14,8 %. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (307 t) zeigt sich hingegen ein leichter Zuwachs von 2,5 %.