Nach Angaben von Eurostat sind in der EU knapp 45.000 Unternehmen im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln tätig. Sie beschäftigen rund 450.000 Menschen und erzielten 2025 zusammen schätzungsweise 255 Mrd Euro Umsatz. Auf die zehn größten Unternehmen entfallen lediglich rund 12 % des Marktes. Laut RaboResearch zeichnen sich für die Zukunft zwei Wege ab: Einige Unternehmen werden durch größere Mengen, effiziente Logistik und eine breitere Beschaffung verstärkt auf Skaleneffekte setzen. Andere werden sich als spezialisierte Anbieter auf bestimmte Produkte, Regionen oder Kundengruppen konzentrieren.
Wachsende Risiken
Gleichzeitig steigen laut Cindy van Rijswick die Risiken in der Beschaffung. Rückläufige EU-Produktion, zunehmende Importabhängigkeit, Klimawandel, strengere Vorgaben sowie Engpässe bei Wasser, Energie und Arbeitskräften sorgen für mehr Unsicherheit bei Mengen und Preisen. Für Großhändler werden daher neben Größe und Effizienz vor allem Risikomanagement, Liefersicherheit, Qualität, Service und Produktkenntnisse zu wichtigen Wettbewerbsfaktoren. Van Rijswick erwartet deshalb keine flächendeckende Konsolidierung, sondern ein Nebeneinander großer, effizienter Unternehmen und spezialisierter Nischenanbieter. „Der Großhandelssektor für frisches Obst und Gemüse in der EU bleibt stark fragmentiert und vielfältig. Gründe dafür sind wachsende Importe, die zunehmende Integration entlang der Wertschöpfungskette, Spezialisierung, geringe Markteintrittsbarrieren und begrenzte Skaleneffekte in Teilen der Branche. Der Sektor entwickelt sich hin zu einer kleinen Gruppe großer, effizienter Unternehmen, die Handelsketten beliefern, sowie einer großen Gruppe kleiner und mittelständischer Unternehmen, die sich auf eine oder wenige spezifische Kombinationen aus Produkt, Markt und Vertriebskanal konzentrieren. Der künftige Erfolg wird von einer klaren strategischen Positionierung abhängen. Für größere Unternehmen spielt die Größe eine wichtige Rolle. Sie werden weiterwachsen, um große Einzelhandelsunternehmen bedienen und Risiken besser steuern zu können. Kleinere Unternehmen werden sich dagegen auf sehr spezifische oder Nischenmärkte konzentrieren und sich durch Service, Spezialisierung und leistungsfähige Lieferketten differenzieren“, so Cindy van Rijswick.
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