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Aktionen zum Erntedank rücken heimischen Obstbau in den Fokus

Fünf Obstkisten. Eine ist voll, vier bleiben leer. Mit diesem Bild macht die Bundesfachgruppe Obstbau auf die Bedeutung des heimischen Obstbaus aufmerksam. Nach Angaben der Bundesfachgruppe stammt derzeit nur noch rund ein Fünftel des in Deutschland verzehrten Obstes aus heimischem Anbau. Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Betriebe nicht verbessern, könnte dieser Anteil weiter zurückgehen.

Person hält vier Äpfel in den Händen
© kaninstudio/AdobeStock

Zum Erntedank am 8. Oktober und rund um diesen Termin finden in Berlin und zahlreichen Regionen Deutschlands Aktionen der Bundesfachgruppe Obstbau und ihrer Landesverbände statt. Bei den Veranstaltungen werden fünf Obstkisten aufgestellt, von denen eine gefüllt und vier leer sind. Obstbäuerinnen und Obstbauern informieren gemeinsam mit ihren Familien über die Situation ihrer Betriebe und die Auswirkungen steigender Kosten sowie des zunehmenden Wettbewerbsdrucks.

Hohe Standards – aber kein fairer Wettbewerb

Deutsche Obstbaubetriebe arbeiten nach hohen Umwelt-, Sozial- und Qualitätsstandards. Gleichzeitig gelten für sie deutsche Lohn-, Energie-, Investitions- und Produktionskosten. Im Wettbewerb stehen sie mit Anbietern aus Ländern, in denen teilweise andere Kosten- und Produktionsbedingungen bestehen.

Besonders betroffen sind arbeitsintensive Kulturen. Tätigkeiten wie das Pflücken von Äpfeln, die Erdbeer- und Kirschernte, der Baumschnitt oder das Sortieren von Früchten lassen sich nach Angaben der Bundesfachgruppe nur begrenzt automatisieren. Steigende Arbeitskosten wirken sich daher unmittelbar auf die Produktionskosten aus. Die Bundesfachgruppe betont zugleich die Bedeutung einer angemessenen Bezahlung der Beschäftigten.

Politische Maßnahmen für den Obstbau

In den vergangenen Wochen hat die Bundesfachgruppe Obstbau Gespräche mit zahlreichen Bundestagsabgeordneten geführt. Dabei sei parteiübergreifend Unterstützung für den heimischen Obstbau signalisiert worden. Auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird das Ziel genannt, den Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse zu erhöhen.

Gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband, dem Zentralverband Gartenbau, dem Deutschen Raiffeisenverband und weiteren Verbänden der grünen Branche hat die Bundesfachgruppe der Politik ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Zu den genannten Maßnahmen gehören unter anderem Sonderregelungen beim Mindestlohn für Saisonarbeit, steuerliche Entlastungen für besonders arbeitsintensive Betriebe, eine Risikoausgleichsrücklage, praxistaugliche Regelungen für Saisonarbeitskräfte aus Drittstaaten sowie mehr Rechtssicherheit bei der sozialversicherungsfreien Beschäftigung.

Nach Auffassung der beteiligten Verbände müssten mögliche Entlastungen zeitnah bei den Betrieben wirksam werden.
Bedeutung der heimischen Produktion Mit ihrer Aktion möchte die Bundesfachgruppe auf die Bedeutung des heimischen Obstbaus für Regionalität, kurze Lieferwege und Versorgungssicherheit aufmerksam machen. Nach Angaben der Bundesfachgruppe können Betriebsaufgaben neben Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung auch über Generationen aufgebautes Fachwissen und gewachsene Produktionsstrukturen betreffen.

Zudem lässt sich eine gerodete Obstanlage nicht kurzfristig wieder ersetzen. Ein Rückgang der heimischen Produktion kann daher zu einer stärkeren Abhängigkeit von Importen führen. Mit den Aktionen rund um den 8. Oktober möchte die Bundesfachgruppe deshalb die Frage nach der zukünftigen Bedeutung des heimischen Obstbaus in den Mittelpunkt stellen und auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Betriebe aufmerksam machen.

Weitere Informationen und die Hofporträts gibt es hier.

Ein Fünftel Ist Nicht Genug-Kampagne zum 8. Oktober 2026
© Bundesfachgruppe Obstbau