von Michael Schotten 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Bananen: Fairtrade erhöht Mindestpreise

Fairtrade International hat die Mindestpreise für Bananen erhöht. Damit will die Organisation unmittelbar auf eine Kombination externer Belastungen, die sich negativ auf die Produzenten auswirken, darunter geopolitische Instabilität, der Klimawandel sowie steigende Kosten für Betriebsmittel und Logistik, reagieren. Die neuen Mindestpreise wurden im Umfeld der Fruit Attraction 2026 in Madrid bekannt gegeben.

Grüne Banenenstaude

Der durchschnittliche Fairtrade-Mindestpreis für Bananen steigt demnach auf Ebene „Ex Works“ (ab Werk/Plantage) um 5,6 % und auf FOB-Ebene um 3,9 %, wobei es je nach Herkunftsland Unterschiede gibt. Die neuen Mindestpreise für Bananen wurden im September vom Standardausschuss von Fairtrade International genehmigt und gelten für Verträge mit Produzenten, die am 1. Januar 2027 beginnen. Die Fairtrade-Mindestpreise für Bananen werden jedes Jahr aktualisiert. Die diesjährige Erhöhung sei jedoch erheblich und stelle eine direkte Reaktion auf den Druck dar, unter dem die Produzenten stehen. Extreme Wetterereignisse, darunter El Niño, Schädlinge und Krankheiten wie Fusarium Tropical Race 4, sowie steigende Produktions- und Nachhaltigkeitskosten beeinträchtigten die Produktivität und erforderten erhebliche Investitionen in Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Produktionsverfahren, heißt es seitens Fairtrade International. „Bananenproduzenten stehen am Anfang einer Lieferkette, die zunehmend globalen Schocks ausgesetzt ist, während sie gleichzeitig oft am wenigsten in der Lage sind, zusätzliche Kosten aufzufangen“, sagte Silvia Campos, Senior Advisor für Bananen bei Fairtrade International. „Faire und nachhaltige Lieferketten erfordern eine gemeinsame Verantwortung. Das beginnt bei Preisen, die die tatsächlichen Kosten einer nachhaltigen Produktion widerspiegeln, und umfasst langfristige Beschaffung sowie Zusammenarbeit, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken.“ 
Die Preisüberprüfung 2026 wurde gemäß dem Standardverfahren von Fairtrade zur Festlegung von Mindestpreisen und der vollständigen Preiserhebungsmethodik durchgeführt. Die Überprüfung stützte sich auf validierte Produktionskostendaten zertifizierter Produzenten, technische Bewertungen zur Schließung von Datenlücken beziehungsweise zum Umgang mit nicht verfügbaren Daten sowie Konsultationen zu 47 Fairtrade-Mindestpreisen in neun Herkunftsregionen und zwei Ländergruppen. Insgesamt nahmen 114 zertifizierte Produzenten, Exporteure, Importeure und Einzelhändler am Konsultationsprozess teil.