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Witterung sorgt für geringere Erdbeererträge in Österreich

Mit dem Ende der heimischen Freiland-Erdbeersaison zieht die österreichische Obstbranche Bilanz. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) haben lange Trockenphasen, starke Temperaturschwankungen und Spätfröste die Produktion in diesem Jahr beeinträchtigt.

Verpackte Erdbeeren
© Jung-Leithner/LKÖ

Gleichzeitig verweist die LKÖ auf einen Store-Check des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse (ÖBOG), wonach heimische Erdbeeren während der Hauptsaison den Großteil des Angebots im Lebensmitteleinzelhandel ausgemacht hätten. Die Freiland-Erdbeersaison ist in den meisten Regionen Österreichs bereits abgeschlossen. Aufgrund der Witterungsbedingungen rechnet die Branche mit einer unterdurchschnittlichen Ernte, die voraussichtlich unter dem Vorjahreswert von 14.100 t liegen werde. Endgültige Erntezahlen liegen bislang noch nicht vor.

Auf etwas mehr als 1.000 ha würden in Österreich Erdbeeren angebaut, überwiegend im Freiland, erklärte LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger. Neben den Witterungseinflüssen stellten auch steigende Lohnnebenkosten sowie höhere Ausgaben für Energie und Betriebsmittel die Betriebe vor Herausforderungen.

Nach Angaben des ÖBOG schwankten die Erträge im Erdbeeranbau naturgemäß von Jahr zu Jahr. Durch die Zunahme extremer Wetterereignisse steige jedoch das Produktionsrisiko. Investitionen in Bewässerung, Frostschutz und klimaresiliente Produktionssysteme seien aus Sicht des Verbandes deshalb von Bedeutung. Dafür seien entsprechende Planungs- und Investitionssicherheit erforderlich, erklärte ÖBOG-Obmann Manfred Kohlfürst.

Store-Check zur Herkunft der Erdbeeren

Der ÖBOG untersuchte zwischen dem 22. Mai und 2. Juli 2026 das Erdbeerangebot in Wiener Filialen von Billa, Hofer, Spar und Lidl. Erfasst wurden insgesamt 40 Erdbeerangebote. Während zu Beginn des Erhebungszeitraums überwiegend Importware angeboten worden sei, habe sich das Bild mit Beginn der heimischen Haupternte verändert. Zwischen dem 11. Juni und 2. Juli hätten nach Angaben des Verbandes mehr als 80 % der angebotenen Erdbeeren aus Österreich gestammt.

Kohlfürst führt dies unter anderem auf ein geringeres Angebot aus Spanien und Italien infolge wetterbedingter Ernteausfälle zurück. Dadurch hätten heimische Erdbeeren stärker im Lebensmitteleinzelhandel platziert werden können.

Verband fordert bessere Rahmenbedingungen

Nach Einschätzung des ÖBOG zeigt der Store-Check die Bedeutung der heimischen Produktion für die Versorgung des Marktes. Um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Obstproduktion langfristig zu sichern, spricht sich der Verband unter anderem für verlässliche Planungsperspektiven, Investitionsanreize für klimaresiliente Produktionssysteme sowie wettbewerbsfähige Lohn- und Lohnnebenkosten aus.