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Umgesiedelte Bienen lassen Heidelbeerfelder gedeihen

Um die Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, setzen Forscher auf einheimische Wildbienen, die diese Lücke schließen sollen, insbesondere bei Heidelbeeren und anderen Obstkulturen, so das United States Department of Agriculture's Agricultural Research Service (ARS).

Biene auf Blüte
Männliche Schornsteinbiene ruht auf einer Blütengruppe der Südlichen Hochbusch-Heidelbeere.
© Blair Sampson/ARS

„Honigbienen gelten weltweit als universelle Bestäuber von Kulturpflanzen, doch ihre Bestände sind bedroht, und sie bestäuben bestimmte Kulturpflanzen nicht immer effizient“, sagte Blair Sampson, Entomologe am Southern Horticultural Research Laboratory des Agricultural Research Service in Poplarville, Mississippi. „Deshalb wenden wir uns einheimischen Wildbienen zu, die eine viel längere ökologische Geschichte mit unseren einheimischen nordamerikanischen Kulturpflanzen teilen.“

Einige dieser einheimischen Bienen lassen sich ähnlich wie Honigbienen halten, was bedeutet, dass Imker und Landwirte Kolonien aus ihren Heimatregionen an Orte verlegen können, an denen die Kulturpflanzen gerade blühen. Einheimische Bienen seien sehr zahm im Umgang und kommen ohne großes 
menschliches Eingreifen gut zurecht. Sampson untersucht eine solche einheimische Biene, die Schornsteinbiene (auch als Minierbiene bekannt).

Schornsteinbienen erweisen sich als wichtiger Fund für Blaubeeranbauer. Zusätzlich zum Problem des Bestandsrückgangs haben Honigbienen Schwierigkeiten bei der Bestäubung von Heidelbeeren aufgrund ihrer relativ kurzen Zunge und ihrer Vorliebe für andere Pflanzen. Eine weitere Wildbiene, die südöstliche Heidelbeerbiene, ist eine weit verbreitete Wildbiene in allen Bundesstaaten an der Golfküste. Leider fehlen vielen Erzeugern in tiefer gelegenen Gebieten diese Bienen oder es gibt zu wenige von ihnen auf ihren Feldern. Diese Heidelbeer-Bienen lassen sich nicht züchten, aber die Schornstein-Biene, 
eine nahe Verwandte, kann aktiv gezüchtet und angesiedelt werden, um die Bestäuberlücke zu schließen.

Zwar seien Schornsteinbienen noch nicht im Handel erhältlich, doch ihre Umsiedlung sei relativ einfach, so Sampson. Das Sammeln von Schornsteinbienen-Kokons aus Nestern im Boden, der an den Wurzeln umgestürzter Bäume oder an Lehmvorsprüngen am Straßenrand hafte, erfordere zwar sorgfältige Ausgrabungsarbeiten und erfahrene Fachkräfte, doch als Nistmaterial kann einfach vor Ort gesammelter, lehmreicher Schlamm verwendet werden, der in der Sonne getrocknet wurde. Zudem seien keine Spezialwerkzeuge erforderlich und die Kosten seien minimal. Schornsteinbienen müssen im Ruhezustand versandt und anschließend behutsam erwärmt werden, um ihre Entwicklung abzuschließen und aus ihren Kokons zu schlüpfen. Zudem sollten Wasser und zusätzliches Nistmaterial zur Verfügung stehen, damit sie gut gedeihen können.

„Diese Bienen produzieren nicht genug Honig für uns, sondern gerade genug für sich selbst; daher wäre die Hauptrolle der Schornsteinbienen die der Obstbestäuber“, erklärte Sampson. „Allerdings weist die Schornsteinbiene bestimmte Eigenschaften auf, die sie als ideale Kandidatin für die kommerzielle 
Nutzung auszeichnen: Sie sind Generalisten bei der Blütenwahl mit einem starken Heimfindetrieb und nisten daher viele Jahre lang am selben Ort. Außerdem nisten sie in dichten Ansammlungen und verhalten sich in der Nähe ihrer Nistplätze gegenüber Menschen friedlich.“

Sampson erklärte, dass erwachsene Kaminbienen kleinen, schnell fliegenden Hummelarbeiterinnen ähneln, sich jedoch in Bezug auf ihr Nistverhalten und ihr Verhalten stark von diesen unterscheiden. Ihren Namen verdanken die Bienen ihren horizontalen, röhrenförmigen Nestern, die wie winzige Minenschächte im Lehm aussehen und die sie mit Hilfe des von ihnen gesammelten Wassers zu „Lehmziegeln“ verhärten. Während sie sich tiefer in eine Lehmböschung eingraben, verwenden sie diesen überschüssigen Lehm, um einen nach unten gerichteten Schlauch oder „Schornstein“ zu formen, der vom Nistplatz herabhängt.

Das Auffinden und Umsiedeln von Schornsteinbienen-Nestern sei relativ einfach, da sie leicht zu finden seien, nachdem Bauprojekte oder natürliche Wetterereignisse das Gelände aufgewühlt haben und den Bienen einfachen Zugang zu frisch aufgewühltem Lehm verschaffen. Nachdem die Nester gefunden seien, sammele Sampson die Lehmkokons ein und bringe sie an einen Ort, an dem sie getestet oder als Obstbestäuber freigelassen werden.

„Da der Lebensraum für Bestäuber aufgrund der zunehmenden Urbanisierung und des Ackerbaus kontinuierlich schrumpft, kann die Bewirtschaftung wildlebender einheimischer Bienen, wie beispielsweise der Kaminbienen, dazu beitragen, lebenswichtige natürliche Ressourcen zu erhalten und Landwirten dabei helfen, ihre Erträge zu steigern“, sagte Sampson. „Und für Obst, Nüsse und Gemüse werden einheimische Bienen ein wesentlicher Faktor für die Optimierung der Ernteerträge pro Morgen Land sein, was für die Aufrechterhaltung einer stabilen weltweiten Nahrungsmittelversorgung von entscheidender Bedeutung ist.“