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Schulstart in Nordrhein-Westfalen: Guter Ganztag braucht gutes Mittagessen

Mit dem neuen Schuljahr wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder konkret. Die Initiative BioBitte zeigt, warum eine verlässliche und nachhaltige Mittagsverpflegung zur guten Ganztagsbildung gehört und wie Bio-Lebensmittel als Qualitäts- und Nachhaltigkeitsbaustein mitgedacht werden können.

Kinder stehen an Bedientheke für Essen
© BLE/BioBitte/Ilja Hendel

In Nordrhein-Westfalen beginnt am 2. September das Schuljahr 2026/27. Für viele Kinder und Familien verändere sich damit auch der Schulalltag: Seit August 2026 gilt der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe. Bis zum Schuljahr 2029/30 wird der Anspruch schrittweise auf alle vier Grundschuljahrgänge ausgeweitet.

Mit der wachsenden Zahl ganztägig betreuter Kinder steige auch der Bedarf an einer verlässlichen Mittagsverpflegung. Kommunen, Schulträger und Schulen müssen daher nicht nur ausreichend Betreuungsplätze schaffen, sondern auch klären, wo, wie und unter welchen Qualitätsanforderungen die Kinder essen.

Verlässliche Betreuung braucht verlässliche Verpflegung

Ein gutes Mittagessen sei mehr als eine organisatorische Zusatzleistung. Es strukturiere den Schultag, entlaste Familien und könne dazu beitragen, dass alle Kinder unabhängig vom Elternhaus Zugang zu einer verlässlichen Mahlzeit haben. Gleichzeitig beeinflussen die Qualität des Essens, die Atmosphäre in der Mensa und die Beteiligung der Kinder, wie gut das Ganztagsangebot angenommen wird.

„Man muss sich klar machen: Eine gute Schulverpflegung ist eine dauerhafte Managementaufgabe“, sagt Wiebke Kottenkamp, Referatsleitung beim Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, im Gespräch mit der Initiative BioBitte. Neben der Beschaffung gehe es darum, Leistungen zu sichern, regelmäßig zu prüfen und mit allen Beteiligten im Austausch zu bleiben.

Für Kommunen und Schulträger bedeute das: Zuständigkeiten müssen geklärt, Küchen- und Ausgabestrukturen geprüft und verbindliche Qualitätsanforderungen festgelegt werden. Der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen biete dabei eine fachliche Orientierung für eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Schulverpflegung.

Bio als Baustein einer nachhaltigen Schulverpflegung

Der Ausbau des Ganztags biete die Chance, Schulverpflegung nicht nur mengenmäßig zu erweitern, sondern auch qualitativ weiterzuentwickeln. Bio-Lebensmittel stehen für gesetzlich definierte Standards und Transparenz. In der öffentlichen Beschaffung können sie dazu beitragen, Nachhaltigkeitsziele konkret in die Praxis zu übersetzen.

Dabei muss nicht die gesamte Verpflegung von einem Tag auf den anderen umgestellt werden. Ein Einstieg sei bspw. über einzelne Warengruppen, gut verfügbare Grundprodukte oder ausgewählte Menükomponenten möglich. Entscheidend sei, Bio frühzeitig in Speiseplanung, Kalkulation, Ausschreibungen und Verträge einzubeziehen.

Unterstützung für Kommunen und Schulträger

Die Initiative BioBitte unterstützt Kommunen, Verwaltungen, Vergabestellen und Küchenleitungen dabei, den Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel in öffentlichen Küchen schrittweise zu erhöhen. Dafür stellt BioBitte Informationen, Praxisbeispiele und Fachmaterialien bereit und bietet Veranstaltungen sowie Austausch- und Vernetzungsformate rund um Bio in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung an.