Der Gewächshausanbau setzt stark auf Energieeinsparungen und eine klimaneutrale Gewächshausumgebung, um den Sektor zukunftssicher zu machen. Innovationen wie LED-Beleuchtung spielen eine wichtige Rolle bei der Energieeinsparung in Gewächshäusern. Die Umsetzung solcher Innovationen bringe jedoch in der Anfangsphase auch einige Herausforderungen mit sich. So hatten viele niederländische Tomatenbauern im vergangenen Winter mit Farbfehlern zu kämpfen: grüne, nicht verfärbende Fruchtflecken. Dies hatte nicht nur erhebliche wirtschaftliche Folgen, sondern führte auch zu einem erheblichen Verlust an Zeit, Ressourcen und Energie. Aus diesem Grund kam aus der Branche die Forderung, die zugrunde liegende Ursache dieser Farbfehler zu untersuchen und Lösungen zu entwickeln.
An diesem Versuch arbeiten Kas als Energiebron, das Innovationsprogramm des Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität (LVVN) und Glastuinbouw Nederland, Kennis in je Kas und FVO zusammen. Der Versuch findet bei HortiTech statt.
Die Hypothese lautet, dass eine ungleichmäßige Färbung vor allem dann auftritt, wenn Pflanzen unter LED-Beleuchtung aufgrund einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit, begrenzter Luftzirkulation und zu geringer Infrarot-Wärmestrahlung nicht ausreichend verdunsten können.
Im Rahmen des Versuchs werden neue Entfeuchtungstechniken eingesetzt, die auf die Schaffung eines stabilen und homogenen Gewächshausklimas abzielen. Der Schwerpunkt liege auf der Minimierung von Energieverlusten, der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Entwicklung einer vitalen und widerstandsfähigen Pflanze.
Der Versuch findet in vier Abteilungen statt: drei Abteilungen mit LED-Beleuchtung und eine SON-T-Abteilung als Referenz. Innerhalb der LED-Abteilungen wird zwischen einer Standard-LED-Referenz (DLI), einer Konfiguration mit LED-Leuchten mit eingebauten Ventilatoren (Climalux) und einer Konfiguration, bei der LED-Beleuchtung (DLI) mit dem Caeli-System kombiniert wird, unterschieden.
Pflanzenübergreifend
Obwohl sich der Versuch auf Tomaten konzentriere, seien die zugrunde liegenden physiologischen Mechanismen auch für andere Pflanzen relevant. Paprika und Auberginen profitieren von einer gleichmäßigeren Wärmeverteilung innerhalb eines aktiven Klimas, was zu weniger Aborten, einer besseren Fruchtbildung und einer höheren Produktqualität beiträgt. Die Erkenntnisse seien auch für den Gurkenanbau relevant, da der Vergleich zwischen SON-T (Kopfheizung) und LED (Luftheizung) wertvolle Informationen für eine optimale Fruchtbildung und die Erhaltung der Qualität in beleuchteten Kulturen liefere.