Wie das Ministerium mitteilt, machen sich die Auswirkungen des Klimawandels bereits in der diesjährigen Ernte bemerkbar. Je nach Region sei mit Ertragseinbußen von 30 bis 50 % gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. „Trockenheit, Hitze und Wetterextreme stellen unsere Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen, deshalb ist Klimawandelanpassung das Gebot der Stunde. Mit dem neuen Forschungszentrum in Großnondorf investieren wir in Forschung und Innovation für Sorten, die auch mit weniger Wasser stabile Erträge liefern und Hitze besser standhalten“, erklärte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig beim Spatenstich.
Die Versuchsstation wird von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betrieben und liegt im pannonischen Trockengebiet, das nach Angaben der AGES rund 250.000 ha Ackerfläche repräsentiert. Auf künstliche Bewässerung werde dort bewusst verzichtet. „Am Standort Großnondorf wird keine künstliche Bewässerung durchgeführt, daher ist er essenziell im Hinblick auf klimafitte Sorten, trockenbedingten Stress und eine zukunftsorientierte Züchtungsarbeit“, sagte AGES-Geschäftsführer Anton Reinl.
Laut AGES gewinnt das pannonische Trockengebiet angesichts zunehmender Wasserknappheit als Testregion für trockenheitstolerante Kulturen an Bedeutung. „Die extreme Trockenheit der letzten Monate ist für die Landwirtschaft zu einem immer größeren Problem geworden. Aufgrund des Wassermangels ist das pannonische Trockengebiet ein wichtiges Test- und Anbaugebiet insbesondere für trockenheitstolerante Kulturen“, so AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner.
Die AGES betreibt im Auftrag des Bundesministeriums insgesamt acht landwirtschaftliche Versuchsstationen, die unterschiedliche Klima- und Bodenverhältnisse in Österreich abbilden. Dort werden unter anderem Sortenprüfungen sowie Versuche zu Düngung, Bewässerung, Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz durchgeführt. Ziel ist es, wissenschaftliche Daten für die Sortenzulassung sowie für Forschung und agrarfachliche Fragestellungen bereitzustellen. Neue Pflanzensorten werden dabei an verschiedenen Standorten geprüft und nur dann zugelassen, wenn sie unter österreichischen Anbaubedingungen einen nachweisbaren Nutzen bieten.