Offizielle Zahlen aus Belgien (-16,6 %), den Niederlanden (-15,1 %) und Frankreich (-9,7 %) sowie Schätzungen für Deutschland deuten auf einen Rückgang der Anbaufläche um rund 11 % hin. Insgesamt dürfte die Fläche von 604.100 ha im Jahr 2025 auf etwa 536.900 ha im Jahr 2026 sinken.
Die NEPG führt den Flächenrückgang auf die schwierige Vermarktungssituation der vergangenen Saison zurück. Über mehrere Monate lagen die Preise am freien Markt dem Verband zufolge zwischen 0 und 2 Euro je 100 kg. Gleichzeitig seien die Vertragspreise für die kommende Saison niedrig ausgefallen. Vor diesem Hintergrund hätten sich viele Betriebe für eine Reduzierung ihrer Kartoffelanbauflächen entschieden, obwohl alternative Kulturen wie Getreide, Gemüse, Raps oder Flachs nach Einschätzung der NEPG ebenfalls nur begrenzte wirtschaftliche Perspektiven bieten.
Welche Auswirkungen der Flächenrückgang auf die Ernte 2026 haben wird, lässt sich laut NEPG derzeit noch nicht abschätzen. Ausschlaggebend seien die Witterungsbedingungen der kommenden Wochen und Monate. Nach der jüngsten Hitzewelle bestünden weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich Ertrag und Qualität.
Kritisch bewertet die NEPG zudem die Vertragspreise für die kommende Saison. Nach Angaben des Verbands wurden den Erzeugern Ab-Hof-Verträge zu Preisen von rund 12,50 Euro je 100 kg angeboten. Die Organisation sieht darin angesichts steigender Produktionskosten ein wirtschaftliches Risiko für viele Betriebe. Aus Sicht der NEPG sind langfristig ausgewogene Vertragsbeziehungen erforderlich, um die Wirtschaftlichkeit der Kartoffelproduktion zu sichern.