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Mit Geruchsstoffen Raupen aus dem Gewächshaus fernhalten

Im Gewächshausanbau experimentieren Züchter mit „Pheromonen“. Das sind Duftstoffe, mit denen man das Sexualleben von Motten durcheinanderbringen kann, sagt Glastuinbouw Nederland.

Raupe auf einem Blatt im Gewächshaus
© Glastuinbouw Nederland

Vor allem die Raupen des Türkischen Mottenfalters stellen eine Bedrohung für den Anbau von bspw. Paprika, Tomaten, Auberginen, Gurken und Gerbera dar. Der Falter stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, fühlt sich aber auch in den Niederlanden zu Hause. Mittlerweile ist der Mottenfalter sogar einer der häufigsten Schädlinge in niederländischen Gewächshäusern.

Die „Sexualpheromone“ sind Duftstoffe, flüchtige Signale, die die männlichen Motten nutzen, um Weibchen für die Fortpflanzung zu finden. Durch das Ausbringen großer Mengen an Sexuallockstoffen im Gewächshaus verlieren die männlichen Motten die Spur zu den Weibchen. Ihr Sexualleben gerät durcheinander, wodurch die Fortpflanzung zum Erliegen kommt. Auf diese Weise legen die weiblichen Motten keine Eier mehr, sodass man auch keine Probleme mehr mit den gefräßigen Raupen hat, die daraus schlüpfen.

Im vergangenen Jahr haben Blumenzüchter erstmals damit begonnen, diese Pheromone als Maßnahme gegen den Türkischen Mottenbefall zu testen. Dies geschah bei Gerbera-Blumen. Inzwischen haben auch Gemüsebauern mit Tests begonnen. Dies geschieht bei Paprika, Tomaten, Gurken und Auberginen. Insgesamt werden auf 900 ha Gewächshausfläche Versuche mit Pheromonen durchgeführt.

„Ein Hektar entspricht 100 m mal 100 m, es handelt sich also wirklich um sehr viele Gewächshäuser, in denen die Erzeuger mit diesen Pheromonen experimentieren“, sagt Hessel van der Heide, Themenspezialist für Pflanzengesundheit bei Glastuinbouw Nederland. „Die Erzeuger setzen große Hoffnungen in diesen Ansatz. In Kombination mit anderen Maßnahmen, wie zum Beispiel Insektenschutzgittern an den Fenstern, hoffen wir, mit dem Einsatz dieser Pheromone das Raupenproblem zu lösen.“ Die Versuche mit den Pheromonen laufen noch das ganze Jahr über.

Gärtner im Gewächshausanbau haben das Ziel, bis 2030 so gut wie keine chemischen Pflanzenschutzmittel mehr einzusetzen. Sie arbeiten daher nach den Prinzipien des „integrierten Pflanzenschutzes“. Die Idee dahinter ist, dass die Erzeuger zunächst verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Krankheiten und Schädlinge so weit wie möglich zu verhindern. Sind diese nicht ausreichend wirksam, wendet der Erzeuger verschiedene nicht-chemische Mittel, Techniken und Methoden an. Erst wenn auch diese keine Abhilfe schaffen, also wenn es wirklich nicht anders geht, setzt er punktuell ein chemisches Pflanzenschutzmittel als letztes Mittel ein.