Sie erklärte: „Was wir heute in diesem wunderschönen Tal sehen, das ich aus der Seilbahn heraus betrachten durfte, ist der konkrete Beweis dafür, dass der Mensch und die Umwelt keine Feinde sind, wie manche glauben machen wollen. Sie sind vielmehr Freunde und sogar Verbündete. Und die Landwirte und Erzeuger sind vorrangige Hüter der Natur; ohne das verantwortungsvolle Handeln des Menschen ist es unmöglich, die Natur zu schützen. Genau das sehen wir hier.“ Meloni bezeichnete die Apfelseilbahn als eines der besten Beispiele dafür, wie eine Landwirtschaft mit Weitblick ihre Wurzeln aufzuwerten vermöge.
Die Seilbahn, die sich über 1,3 Kilometer erstreckt, verbindet die Verarbeitungshalle in Predaia mit den unterirdischen Lagerkammern in der ehemaligen Mine von Rio Maggiore. Diese unterirdischen Kühlräume bestehen aus Dolomitgestein und ermöglichen laut Konsortium eine energiesparende Lagerung, die rund 30 % weniger Energie benötigt als herkömmliche Kühlhäuser. Ein separater Zugang reduziere zudem betriebliche Überschneidungen und verbessere die Sicherheit der Mitarbeitenden im täglichen Betrieb.
Vorbild für andere Länder und Produzenten
Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida würdigte die Anlage als „Stolz des gesamten Landes“ und erklärte: „Diese Anlage vereint ökologische Nachhaltigkeit und die unverzichtbare wirtschaftliche Nachhaltigkeit, die Wohlstand, Wirtschaft und Arbeit gewährleistet. Es handelt sich um ein strategisches und weltweit einzigartiges Bauwerk, das die Umwelt und das Gebiet weniger belastet, Energie einspart und einen Blick in die Zukunft erlaubt, indem es Umwelt und Arbeit miteinander verbindet.“
Die Apfelseilbahn werde auch für andere Länder und Produzenten ein Vorbild sein, fügte er hinzu.
Bereits im Sommer hatte das Konsortium betont, dass die Seilbahn die Logistik entscheidend verbessert. Die Äpfel können nun direkt nach der Ernte in die Kühllager transportiert werden – per Seilbahn, die die 900 m Luftlinie und knapp 90 Höhenmeter mit fünf Metern pro Sekunde überwindet. Pro Stunde lassen sich so 460 Behälter à 300 Kilogramm befördern. Seit der ersten Probefahrt Ende des Sommers seien bereits über 30.000 t Äpfel mit der Seilbahn transportiert worden; jährlich sollen dadurch mehr als 5.000 Lkw-Fahrten entfallen.
Finanziert wurde die Anlage sowohl durch das italienische Aufbauprogramm PNRR als auch durch das europäische Programm „Next Generation EU“, das 40 % der Investitionssumme übernommen hatte. Zusätzlich stellte das italienische Landwirtschaftsministerium rund 4,1 Mio Euro bereit. Die technische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit der Südtiroler Leitner-Gruppe, die international für Seilbahntechnik bekannt ist.
Mit einem "Hauch von Verrücktheit und italienischer Genialität"
Melinda-Präsident Ernesto Seppi erklärte: „Wir haben die Tradition unserer Großeltern in den Alltag zurückgeholt, als es noch keine Kühlhäuser gab. Wir haben Tradition und Technologie zusammengeführt, aber uns fehlte ein weiterer Schritt, um unsere Äpfel ins Innere des Berges zu transportieren. Wir setzten mehr als 5.000 Lkw ein, mit den entsprechenden Problemen angesichts der schwierigen Bergstraßen. Und dann haben wir wirklich gewagt – mit diesem Hauch von Verrücktheit und italienischer Genialität, der uns in der Welt schon immer ausgezeichnet hat.“ Die Apfelseilbahn sei ein 100%iges 'made in Italy'-Projekt, betrieben mit erneuerbaren Energien und ein greifbares Beispiel für eine gemeinsame Vision von Innovation und Nachhaltigkeit.
Ministerpräsidentin Meloni hob zudem die Größenordnung des Konsortiums hervor: „Ich möchte den 4.000 Mitgliedern gratulieren, die in 16 Genossenschaften organisiert sind, fast 7.000 ha bewirtschaften und 400.000 t Äpfel pro Jahr von Hand ernten. Das sind beeindruckende Zahlen, die eine Geschichte erzählen – ein Gefüge, eine Realität, die nicht nur Nahrungsmittel produziert, sondern auch das Gebiet bewahrt und eine Kultur der Arbeit pflegt. Und erlauben Sie mir als Regierungschefin zu sagen: Es ist ein nationaler Stolz.“ Auch Raffaele Fitto, EU-Kommissar für Regionalpolitik, bezeichnete die Apfelseilbahn in einer Videobotschaft als Beispiel dafür, wie Technologie und Innovation Produktionsprozesse nachhaltiger gestalten können.