von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Italien: Zeichen für den Neustart der Birnenbranche

In der italienischen Birnenwirtschaft stehen die Zeichen auf Konsolidierung und Aufbruch: Während beim Ferrara Food Festival der Schutz und die Aufwertung der Birnen der Emilia-Romagna g.g.A. (Pera dell’Emilia-Romagna IGP) im Mittelpunkt standen, wurde zugleich ein wichtiger Zusammenschluss innerhalb der Genossenschaftslandschaft vollzogen: Die Fruit Modena Group ist offiziell in Agrintesa aufgegangen – ein Schritt, der die Strukturen in einem der zentralen Birnenanbaugebiete Italiens weiter bündelt.

Die Birnen aus der Emilia-Romagna g.g.A. auf dem Ferrara Food Festival mit dem CSO Italy
Matteo Fornasini aus der Stadt Ferrara, CSO Italy-Präsident Paolo Bruni, Massimo Marchesiello (Präfekt Ferrara) und Giuliano Donati (Präsident des Birnen-Konsortiums der Pera dell’Emilia-Romagna IGP)
© CSO Italy

Wie CSO Italy berichtet, sei die Birne nach schwierigen Jahren weiterhin ein Kernsegment der Landwirtschaft in der Emilia-Romagna. Präsident Paolo Bruni erinnerte daran, dass Italien trotz der Herausforderungen seine europäische Führungsrolle behalte. „Die Birne bleibt die wichtigste Obstart unserer Region, sie steht für mehr als 30 Prozent der regionalen Anbauflächen“, erklärte Bruni. Jede IGP-Birne stehe für Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit – und ihr Konsum unterstütze nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Menschen, die sie produzieren.

Auch Giuliano Donati, Präsident des Konsortiums für die geschützte Herkunftsbezeichnung, betonte die Notwendigkeit, das Produkt weiter bekannt zu machen und als „gourmet-taugliche, vielseitige Frucht“ zu positionieren. Solche Initiativen dienten dazu, Verbraucherinnen und Verbraucher wieder näher an die Erzeugung heranzuführen.

 

Adriano Aldrovandi, Alessio Mammi, Aristide Castellari, Cristian Moretti (v.l.)
Adriano Aldrovandi, Alessio Mammi, Aristide Castellari, Cristian Moretti (v.l.)
© Agrintesa

Zusammenschluss ab Januar 2026 operativ

Parallel zu diesen Kommunikationsaktivitäten erfolgte ein wichtiger Schritt auf der strukturellen Ebene der Branche:
Wie Agrintesa mitteilt, wurde die Fusion mit Fruit Modena Group Ende Oktober formell abgeschlossen. Der Zusammenschluss, der ab Januar 2026 operativ wirksam wird, erweitert die Produktionsbasis der Genossenschaft auf 10.500 Hektar Obst- und 7.300 Hektar Rebfläche. Beide Organisationen waren bereits in der Erzeugerorganisation Apo Conerpo und im nationalen Konsortium Opera La Pera eng verbunden.

Laut Agrintesa-Präsident Aristide Castellari stärke die Fusion die Präsenz der Genossenschaft in einem „strategischen Obstanbaugebiet“ und sichere zugleich die Zukunft der Birnenproduktion. Angesichts klimatischer und phytosanitärer Probleme wolle man die Produktionskette stabilisieren und den Mitgliedsbetrieben neue Perspektiven eröffnen. Auch Direktor Cristian Moretti hob hervor, dass Agrintesa dank gezielter Investitionen und professioneller Strukturen in der Lage sei, den Erzeugern konkrete und wirtschaftlich tragfähige Lösungen anzubieten.

Mit beiden Entwicklungen, dem Engagement für die regionale IGP-Birne und der stärkeren Bündelung der Erzeugerstrukturen, zeigt die italienische Birnenbranche, dass sie trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf Qualität, Kooperation und Kommunikation setzt.