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Italien und Deutschland wollen Agrarpolitik enger abstimmen

Wie die European Food Agency (EFA) berichtet, sind Deutschlands Landwirtschaftsminister Alois Rainer und sein italienischer Amtskollege vergangenen Freitag (23.01.) in Rom zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen. Im Mittelpunkt habe die weitere Vertiefung der agrarpolitischen Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland gestanden.

Alois Rainer und Francesco Lollobrigida
Alois Rainer (l.) und italienischer Amtskollege Francesco Lollobrigida
© MASAF Italia

Beide Seiten hätten dabei die Bedeutung der deutsch-italienischen Beziehungen unterstrichen: Deutschland sei Italiens wichtigster Handelspartner und zugleich der bedeutendste Absatzmarkt für italienische Agrar- und Lebensmittelprodukte. Zudem bestehe ein hoher Grad an Integration zwischen den jeweiligen landwirtschaftlichen und industriellen Wertschöpfungsketten.

Zentrales Thema des Treffens sei die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gewesen, insbesondere mit Blick auf die Zeit nach 2027. Nach Angaben der EFA hätten beide Minister die Notwendigkeit betont, der GAP auch künftig eine strategische Rolle einzuräumen, mit ausreichender finanzieller Ausstattung, Planungssicherheit und einer Governance, die den unterschiedlichen Strukturen der Mitgliedstaaten Rechnung trage – insbesondere in Ländern mit stark regionalisierter Agrarverwaltung. Zugleich habe man sich für eine konsequente Vereinfachung und Entbürokratisierung ausgesprochen, um Landwirte und Verwaltungen zu entlasten.

Zur Sprache gekommen seien außerdem die Herausforderungen im Bereich Pflanzenschutz. Hier habe man die Notwendigkeit eines flexibleren, stärker wissenschaftsbasierten europäischen Ansatzes hervorgehoben, um Produktivität, Lebensmittelsicherheit und Marktstabilität gleichermaßen zu gewährleisten.

Algen und Aquakultur als Wertschöpfungsketten der Zukunft?

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs habe auf der Vereinfachung der europäischen Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR) gelegen. Italien und Deutschland wollten hierzu gemeinsam Beiträge leisten. Darüber hinaus hätten die Minister das Potenzial innovativer Wertschöpfungsketten thematisiert. Besondere Aufmerksamkeit sei dabei der Aquakultur und insbesondere dem Algenanbau gewidmet worden, der als wachstumsstarker Bereich für die Bioökonomie gelte und sowohl zur Ernährungssicherung als auch zur ökologischen Transformation beitragen könne.

Abschließend habe das Treffen den gemeinsamen Willen bestätigt, die Abstimmung zwischen Rom und Berlin auf europäischer und multilateraler Ebene weiter zu intensivieren, um eine wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Agrarpolitik in der EU voranzubringen.