Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Forschungsphase, erste theoretische Simulationen weisen laut Reyntjens jedoch auf die technische Machbarkeit hin. Das geplante Verfahren umfasst mehrere Schritte: Zunächst soll eine Aufklärungsdrohne über das Feld fliegen und mithilfe bestehender Drohnen- und Softwaretechnologien erfassen, an welchen Stellen sich Kartoffelkäfer befinden. Anschließend soll eine zweite Drohne die identifizierten Positionen anfliegen und die genaue Lage der Schädlinge bestimmen.
Befindet sich ein Käfer innerhalb eines definierten Zielbereichs von fünf mal fünf Zentimetern, soll die Drohne in etwa 1 m Höhe über der Pflanze schweben und einen Laserstrahl auf den Kopf des Insekts richten. Durch die gezielte Erwärmung soll der Kartoffelkäfer ausgeschaltet werden. Je nach Konstruktion könnten mehrere Laser eingesetzt werden, um mehrere Käfer auf derselben Pflanze nahezu gleichzeitig zu bekämpfen. Nach Angaben von Reyntjens würde die Ortung und Bekämpfung eines Käfers rund 300 Millisekunden dauern; die Behandlung einer Fläche von 1 ha könnte demnach etwa 17 Minuten in Anspruch nehmen.
Gezielte Bekämpfung von Schädlingen
Reyntjens, so berichtet vilt.be zudem, sieht in der Technologie eine mögliche Alternative zu herkömmlichen Pflanzenschutzmaßnahmen. Da ausschließlich die Zielinsekten erfasst würden, könnten Nützlinge verschont bleiben. Auch die Pflanzen sollen durch den Laser nicht beschädigt werden. Kartoffelkäfer eigneten sich nach Einschätzung des Wissenschaftlers besonders für diese Methode, da sie häufig oberhalb des Bodens sitzen, durch den Kontrast zum Blattwerk oder Boden mithilfe künstlicher Intelligenz gut erkannt werden können und sich vergleichsweise langsam bewegen.
Derzeit konzentriert sich die Forschung auf Kartoffelkäfer. Nach Angaben von Reyntjens könnten jedoch auch andere Insektenarten grundsätzlich für eine Bekämpfung mit Lasertechnologie infrage kommen. Lasersysteme werden im Agrarbereich bereits eingesetzt, beispielsweise zur Unkrautbekämpfung. Eine Drohne, die Insekten mithilfe eines Lasers bekämpft, sei nach aktuellem Kenntnisstand jedoch noch nicht kommerziell verfügbar, so Reyntjens.
Suche nach Finanzierung und Partnern
Für die Weiterentwicklung des Systems sucht Reyntjens derzeit nach Finanzierungsmöglichkeiten und Industriepartnern. Gemeinsam mit dem belgischen Institut für Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelforschung (ILVO) sowie einem deutschen Unternehmen aus dem Bereich optische Technologien hatte er im vergangenen Jahr einen europäischen Förderantrag eingereicht. Dieser konnte jedoch aufgrund einer verspäteten Einreichung nicht berücksichtigt werden. Eine erneute Antragstellung ist für dieses Jahr geplant.
Parallel dazu sucht Reyntjens nach Landwirten und Forschenden, die Interesse an möglichen Praxistests oder einer Zusammenarbeit haben.
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