Belastet wurde das Gesamtergebnis vor allem durch den Containerumschlag. Dieser sank um 1,5 % auf TEU-Basis beziehungsweise um 3,6 % nach Tonnage. Insbesondere die Exporte beladener Container gingen aufgrund der schwachen Wirtschaftslage in Westeuropa zurück. Hinzu kamen mehrere außergewöhnliche Störungen, darunter Streiks sowie eine Ölverschmutzung im Deurganckdock, die den Containerverkehr zusätzlich beeinträchtigten.
Auch geopolitische Entwicklungen wirkten sich deutlich auf die Warenströme aus. Die Importe aus den Ländern am Persischen Golf gingen im ersten Halbjahr um 57 % zurück. Gleichzeitig sanken die Containerexporte in die USA um 16,5 %, während China für den Hafen weiterhin ein Wachstumsmarkt blieb. Positiv entwickelten sich dagegen andere Segmente. Der RoRo-Umschlag legte um 5,9 % zu, getragen von höheren Fahrzeug- und Trailerverkehren. Auch der Schüttgutumschlag blieb insgesamt weitgehend stabil.
Trotz der Herausforderungen konnte Antwerpen-Brügge seinen Marktanteil im Containergeschäft behaupten. Zudem sollen Investitionen in zusätzliche Containerkapazitäten, leistungsfähige Infrastruktur und nachhaltige Logistik die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens weiter stärken.
„Das erste Halbjahr zeigt, dass der Hafen Antwerpen-Brügge seine Rolle als europäisches Gateway auch unter außergewöhnlichen Umständen erfüllt“, betonte CEO Rob Smeets. Die Handelsströme passten sich kontinuierlich an die neue geopolitische Realität an. Umso wichtiger seien weitere Investitionen in Kapazitäten, effiziente Infrastruktur und nachhaltige Logistik. Gleichzeitig brauche Europa eine starke Industriepolitik und ein wettbewerbsfähiges Investitionsumfeld.
Auch Verwaltungsratsvorsitzender Johan Klaps hob die Widerstandsfähigkeit des Hafens hervor. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, wie anfällig internationale Lieferketten für Störungen seien, zugleich aber auch, dass Antwerpen-Brügge trotz der Herausforderungen seinen Marktanteil im Containerverkehr behaupten konnte. Dies unterstreiche die Bedeutung von Investitionen in Erreichbarkeit, Kapazität und eine verlässliche Hafenorganisation.