Großmarkt Köln: “Ende 2025 ist Schluss, die Stadt zieht das durch”
Im Oktober 2024 beschloss der Kölner Stadtrat, den Großmarkt Köln zum 31.12.2025 zu schließen. Nach jahrelangen Verhandlungen und der Suche nach Lösungen und Kompromissen ein Schock für die rund 145 ansässigen Händler, wie vergangenen Mittwoch deutlich wurde, als sich Betroffene und Interessierte zum Pressegespräch auf dem Wochenmarkt im nordwestlichen Veedel Bickendorf trafen.
Schuldzuweisungen und fehlende Signale
Während Volker Görzel (FDP) dem Antrag Scheinheiligkeit bescheinigte (“Erst zünden Grünen, CDU und Volt das Haus an - und dann wollen sie wissen, wie die Löscharbeiten laufen.”) sah Monika Roß-Belkner (CDU) die Verantwortung bei den Händlern. Das Ende des Großmarktes in Raderberg sei nicht überraschend gekommen, es habe an Initiative der Händler gemangelt. „Die Stadt hatte uns in der Vergangenheit nie klare Signale gegeben“, so Rieke. „Uns wurde immer gesagt, der Großmarkt zieht um“, erklärt Norbert Heep, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft und Geschäftsführer des am Großmarkt ansässigen Handelsunternehmens Früchte Heep. Die klaren Signale gebe es jetzt dafür umso deutlicher: „Ende 2025 ist Schluss, die Stadt zieht das durch“, ergänzt Rieke.
Händler vor Insolvenz bewahren und Arbeitsplätze schützen
Jetzt gehe es vor allem darum, die Rückbauentlastung für die Händler des Großmarktes durchzusetzen. Bestehe die Stadt auf dieser Verpflichtung, bedeute das für viele Akteure die Insolvenz, erklärt der Sprecher der IG. Für 2026 klingt seine Prognose alles andere als rosig: Statt des Großmarktes werde man versuchen, dezentral zu arbeiten und die Abläufe untereinander soweit abzustimmen wie möglich. Für die Wochenmärkte sieht er steigenden Druck: Die Beschaffung werde aufwändiger und kostspieliger, was u.a. auch steigende Preise für die Konsumenten bedeute. Gleichzeitig stehen über 3.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, erklärt der Vorsitzende der IG, Norbert Heep (Früchte Heep): Alleine 1.000 seien direkt mit dem Großmarkt verbunden, weitere 1.000 bei den Kunden, hinzu kommen 1.000 in Dienstleistungen, z.B. in der Logistik - von den Lieferanten ganz zu schweigen. Vor allem die Existenz kleinerer und mittelständischer Landwirte, die für die Belieferung der „vier Großen“ im LEH zu wenig Ware produzierten, werde durch den Wegfall des Großmarktes „ruiniert“, so Heep, den Sie in einem kurzen O-Ton auch auf unserer LinkedIn-Seite hören können: → zum Beitrag.