EZ Grow Farms und Delphy feiern ein Jahr Zusammenarbeit
In Langton, Ontario, haben der Erdbeer-Vermehrer EZ Grow Farms und das niederländische Gartenbauberatungsunternehmen Delphy den ersten Zyklus ihrer im Februar 2026 begonnenen Zusammenarbeit abgeschlossen.
Das Ziel dieser Zusammenarbeit entspricht dem, das EZ Grow-Präsident Dusty Zamecnik für sein gesamtes Unternehmen festgelegt hat, so Delphy: die Förderung des Wissens der Erdbeerbauern in ganz Nordamerika.
Der Schwerpunkt von EZ Grow liege auf der Vermehrung in einem hochmodernen Gewächshaus, das die Erzeuger mit Jungpflanzen beliefere. Um diese Erzeuger besser zu verstehen, baue das Unternehmen im „Ed Zamecnik Berry Testing Center“ auch selbst Erdbeeren im Forschungsmaßstab an. Delphy arbeite auf beiden Seiten mit EZ Grow zusammen: auf der Vermehrungsseite mit dem leitenden Züchter Alex Winne und mit Jaime VanOoteghem, der die Forschungsanlage leitet. Delphy bringe die Erfahrung von mehr als 250 Beratern, Forschern und Spezialisten aus Landwirtschaft und Gartenbau ein, die in über 50 Ländern tätig sind.
Vermehrung: Von der Schätzung zum datengestützten Protokoll
Im Vermehrungsgewächshaus arbeiten Delphy und EZ Grow daran, ein besseres Verständnis für die präzise und wiederholbare Produktion von Triebspitzen zu erlangen. Im ersten Jahr lag der Schwerpunkt darauf, ein zuverlässiges Bild der Triebspitzenanzahl über die breite Palette der dort angebauten Sorten hinweg zu erstellen. Diese datengestützte Ausgangsbasis ersetze frühere Schätzungen, die auf Erfahrungswerten und Zählungen am Ende einer Saison beruhten. Zu wissen, wo der optimale Ertrag an Triebspitzen für jede einzelne Sorte liege, sei die Grundlage für fundiertere Entscheidungen zum Erntezeitpunkt. Dieses Jahr der Datenerhebung und -auswertung bilde den ersten Baustein eines längerfristigen Programms.
Beerenanbau: Fünf Tunneltypen, ein zentraler Datensatz
Im Ed Zamecnik Berry Testing Center werden Beeren in fünf verschiedenen Tunneltypen angebaut: Gothic, Niedertunnel, Umbrella, Rovero und Haygrove. Das bedeute, dass die Anbaudaten aus jedem einzelnen Tunneltyp erfasse, verglichen und gemeinsam mit den anderen ausgewertet werden müssen, um zu verstehen, welche Unterschiede auftreten und – was noch wichtiger sei – warum. In der Praxis beruhen viele Anbaentscheidungen derzeit auf einer Kombination aus Erfahrung, Beobachtung und Zahlen, die letztendlich über Tabellenkalkulationen, Notizbücher und separate Systeme verstreut seien.
Hier wurde zudem QMS Strawberry implementiert, die Software von Delphy für das Erdbeeranbaumanagement, die diese Informationen in einer strukturierten Umgebung zusammenführe. Die Software sei auf die Anbauplanung und die Verfolgung der Assimilatbilanz ausgerichtet. In diesem ersten Jahr lag der Schwerpunkt vor allem auf der Datenerfassung. Dabei ging es darum, die in den Tunneln gemessenen Werte zu zentralisieren, zu analysieren und die Erkenntnisse so zu visualisieren, dass Unterschiede zwischen den verschiedenen Tunneltypen sichtbar werden. Die Zwischenergebnisse der ersten Saison wurden am 16. Juli 2026 beim jährlichen Tag der offenen Tür von EZ Grow vorgestellt und mit Erzeugern, Züchtern und Lieferanten diskutiert.
Zukunftspläne: Wie geht es weiter?
Beide Ansätze werden in der kommenden Saison fortgesetzt, wobei das Vermehrungsprogramm auf den Grundlagen des ersten Jahres aufbaut und die Forschungsanlage den Umfang der erhobenen Daten erweitert.
Digitale Werkzeuge spielen eine wichtige Rolle, doch Technologie allein schaffe keinen Mehrwert, betont Delphy. Die wahre Stärke liege in der Kombination von Daten mit Fachwissen über den Anbau und der Nutzung des Wissens der Erzeuger, um Messwerte in praktische Empfehlungen umzusetzen, nach denen ein Erzeuger handeln kann.