von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Düngemittel: EU genehmigt Förderung i.H.v. 144 Millionen Euro für Wasserstoffprojekt

Wie die Europäische Kommission bekannt gibt, hat sie eine französische Einzelbeihilfe i.H.v. 144 Mio Euro für die Erzeugung von erneuerbarem und CO2-armem Wasserstoff für den Düngemittelsektor genehmigt.

Rohre auf einem Fabrikgelände
© KatrinaQQ - AdobeStock

Konkret betrifft die Förderung das Projekt HyforSeeds, eine Tochtergesellschaft des Wasserstoffunternehmens Hynamics. Geplant ist der Bau einer 50-MW-Anlage zur Erzeugung von erneuerbarem und CO₂-armem Wasserstoff am Standort des Düngemittelherstellers LAT Nitrogen im elsässischen Ottmarsheim-Chalampé.

Der erzeugte Wasserstoff soll in der Ammoniakproduktion eingesetzt werden und dort einen Teil des bislang aus fossilen Quellen gewonnenen Wasserstoffs ersetzen. Nach Angaben der Kommission könnten so bis zu 15 % des konventionellen Wasserstoffeinsatzes substituiert werden. Gleichzeitig sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren um mindestens 70 % sinken, was einer Einsparung von mehr als 46.000 t CO₂ pro Jahr entspricht. 

Laut der EU-Ziele soll bis zum Jahre 2050 die Klimaneutralität erreicht werden. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie sieht zudem vor, dass bis 2030 min. 1 % der gesamten Energieversorgung des Verkehrssektors und mindestens 42 % des gesamten in der Industrie verwendeten Wasserstoffs auf erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Kraftstoffs entfallen. Bis 2035 soll dieser Anteil auf 60 % steigen.

Beitrag zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Industrie

Die Maßnahme werde zur Erreichung dieser Ziele beitragen und die Entwicklung einer strategischen Wirtschaftstätigkeit fördern, die ein wesentlicher Faktor für die Energiewende und die Klimaziele der EU sei, lautete die Begründung der EU-Kommission. Die Summe der Beihilfe sei „angemessen“ und auf „das zur Erreichung des angestrebten Umwelt- und Klimanutzens erforderliche Minimum beschränkt“, sie stelle zudem einen Anreizeffekt dar, da die Investitionen ohne die öffentliche Förderung nicht getätigt worden wären. HyforSeeds habe sich bereit erklärt, „potenzielle projektbezogene Gewinne, die über die derzeitigen Erwartungen hinausgehen, mit Frankreich zu teilen“, heißt es weiter.

„Mit dieser Maßnahme wird die Entwicklung eines ehrgeizigen Elektrolyseurprojekts unterstützt, das zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zu den Klimazielen der EU beitragen wird. Das Projekt wird auch die Nutzung von erneuerbarem und CO₂-armem Wasserstoff bei der Herstellung von Ammoniak und Düngemitteln fördern, was ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Industrie ist“, kommentierte Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission für einen sauberen, gerechten und wettbewerbsfähigen Übergang