Deutlich mehr Werbeanstöße von Mitte Juni bis Mitte August
Die extremen Witterungsbedingungen, mit hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit, in den zurückliegenden Wochen haben das Angebot an Gemüse aus dem deutschen Freilandanbau deutlich reduziert.
Die Auswirkungen waren jedoch bei den einzelnen Gemüsearten unterschiedlich. Zucchini kamen unter den Freilandgemüsen mit am besten mit den Witterungsbedingungen zurecht, sofern eine ausreichende Wasserverfügbarkeit gewährleistet war. Entsprechend waren sie als Aktionsartikel im Lebensmitteleinzelhandel gefragt.
Im Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte August 2026 (KW 25-34) waren Zucchini insgesamt 183-mal in den Werbezetteln des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) vertreten. Damit war die Zahl der Werbeanstöße gut 5 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Einzelne Wochen waren dabei besonders werbeintensiv. Das zeigt eine Analyse auf Basis vom AMI-Aktionspreise im LEH. Vor allem Bio-Zucchini wurden deutlich stärker beworben. Das Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres beträgt fast 22 %. Hingegen ist die Zahl der Werbeanstöße für Zucchini aus konventioneller Produktion um gut 4 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dadurch stieg der ohnehin hohe Bio-Anteil in den Aktionen im Betrachtungszeitraum auf knapp 43 %.
Höhere Preise in den Aktionen
Die hohe Zahl an Werbeanstößen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Zucchini unter den extremen Witterungsbedingungen gelitten haben. Für die Bewässerung der Kulturen war Mehraufwand nötig, der sich auch in den Preisen widerspiegeln muss. Das zeigt sich auch in den Angebotsaktionen. Im Preiseinstieg gab es zwar keine Unterschiede zu den Vorjahren, aber der durchschnittliche Aktionspreis war höher als im Vorjahr. Deutsche Zucchini aus konventioneller Produktion wurden, wie im Vorjahr, zu Preisen ab 0,79 Euro/kg beworben. Der durchschnittliche Aktionspreis lag mit 1,95 Euro/kg jedoch um gut 11 % über Vorjahresniveau. Bio-Zucchini wurden zu Preisen ab 1,99 Euro/kg beworben. Im Durchschnitt lag der Aktionspreis bei 2,93 Euro/kg.
Starke Werbewochen waren nicht die Wochen mit der höchsten Nachfrage
Eine Erwartung an Angebotsaktionen ist, dass sie die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt steigern. Somit wären die 27. und 31. Woche 2026 aufgrund der hohen Werbeintensität gemacht für eine hohe Nachfrage. Für die 31. Woche gilt das weitgehend, aber die 27. Woche war eingebettet in zwei Wochen, in denen der Anteil der Haushalte, die Zucchini kaufen, deutlich höher war. Woran liegt das? Manchmal ist nicht die reine Zahl der Angebotsaktionen entscheidend, sondern auch, welche Ketten gerade in der Werbung sind und wie die jeweilige Preisgestaltung aussieht. AMI