Da der delegierte Rechtsakt kurz vor der Fertigstellung steht und die legislative Verabschiedung für diesen Sommer erwartet wird, erkennen Copa Cogeca eigenen Angaben zufolge mehrere Verbesserungen an, die die betrieblichen Realitäten von Landwirten, Forstwirten und Agrargenossenschaften besser widerspiegeln.
Die aktualisierten Methoden führen zu größerer Flexibilität bei der Quantifizierung und ermöglichen eine Kombination aus Modellierung, direkten Messungen und Standardemissionsfaktoren. Diese Anpassung trage den unterschiedlichen pedoklimatischen Bedingungen Rechnung und helfe gleichzeitig, die Überwachungskosten zu begrenzen. Der Umgang mit Unsicherheiten wurde verfeinert, wodurch Abzugsfaktoren reduziert und im Laufe der Zeit flexiblere Berechnungsmethoden angeboten werden. Auch die Überwachungsanforderungen wurden gestrafft, mit kürzeren Überwachungszeiträumen für Bodenkohlenstoff und Agroforstwirtschaft sowie einer besseren Abstimmung auf die Aktivitätszyklen. Wichtig sei, dass Klarstellungen zu den ILUC-Beschränkungen voreilige Annahmen vermeiden und die aktuellen Herausforderungen bei der Quantifizierung anerkennen. Schließlich berücksichtige der Rahmen nun besser Vorreiter, eine seit langem bestehende Forderung der Sektoren.
Kritische Fragen bleiben jedoch ungelöst, was eine geringe Beteiligung der Landwirte riskiere. Die Komplexität der Festlegung von Ausgangswerten, restriktive Zulassungskriterien und langfristige Verpflichtungen zur Waldüberwachung könnten praktikable Methoden wie die konservierende Bodenbearbeitung oder Verbesserungen bei der Düngung ausschließen und zudem die Attraktivität der Umsetzung dieser Methoden beeinträchtigen. Werden diese Probleme nicht angegangen, besteht die Gefahr, dass das Rahmenwerk nicht in vollem Umfang genutzt wird.
Dennoch wird die Zertifizierung allein keinen funktionierenden Markt schaffen. Ein starkes nachfrageseitiges Rahmenwerk wird unerlässlich sein, um die Beteiligung der Landwirte und die langfristige Glaubwürdigkeit sicherzustellen. In diesem Sinne beabsichtige die Kommission, jährliche Ausschreibungen für CRCF-Projekte zu starten, die Einrichtung eines EU-Einkäufervereins zu prüfen und gemischte Ansätze zur öffentlichen und privaten Finanzierung weiterzuentwickeln.
Damit sich Landwirte und Forstwirte an CRCF beteiligen, sollte dessen Rahmenwerk wirtschaftlich tragfähig und administrativ umsetzbar sein, um sicherzustellen, dass die Kohlenstofflandwirtschaft zu einer praktischen Möglichkeit und nicht nur zu einem theoretischen Ziel wird.