Das Jahr 2026 wird für die flämische Landwirtschaft demnach als kein gutes Jahr in die Geschichtsbücher eingehen. Außergewöhnliche Trockenheit und Hitzewellen führten bei zahlreichen Kulturen zu geringeren Erträgen. Gleichzeitig gingen die Preise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse zurück, während die Kosten für Düngemittel, Energie und Wasser stiegen. Dadurch seien die Gewinnmargen der Betriebe weiter unter Druck geraten, bilanziertg der Boerenbond. Die sinkenden Margen könnten auch notwendige Investitionen in nachhaltigere Produktionsverfahren erschweren, warnt der Dachverband weiter. Angesichts der angespannten Situation sei es nicht angebracht, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche durch zusätzliche Kosten weiter zu schwächen.
Deutliche Ernteausfälle bei wichtigen Kulturen
Besonders stark betroffen waren dem VILT-Bericht zufolge der Ackerbau, der Gemüse- und Obstanbau sowie die Produktion von Futtermitteln. Die Erntemengen bei Kartoffeln gingen gegenüber dem Vorjahr um 25 % zurück, auch Bohnen, Zucchini, Äpfel und Birnen verzeichneten geringere Erträge. Positive Entwicklungen gab es hingegen bei einigen anderen Kulturen. Die Flachsernte stieg um 18,2 %, die Möhrenproduktion um acht Prozent. Auch Gurken und Porree legten zu. Die Umsatzentwicklung fiel indes je nach Produktionszweig sehr unterschiedlich aus. Im Ackerbau sank der Gesamtumsatz um 15,3 %. Besonders stark war der Rückgang bei Kartoffeln mit minus 46,1 %. Gemüse für die Verarbeitungsindustrie verzeichnete ein Minus von 17 %, Gemüse für den Frischmarkt von elf Prozent. Eine positive Ausnahme bildete der Gewächshausanbau, dessen Umsatz um 20,5 % zulegte. Insgesamt lag der Branchenumsatz mit 7,33 Mrd Euro um 3,1 % unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Nach Abzug der direkten Kosten bleibt der Branche deutlich weniger übrig als im Vorjahr. Die Bruttowertschöpfung wird für 2026 auf 1,35 Mrd Euro geschätzt und liegt damit 15 % unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.