Trotz der Korrektur fällt die Ernte 2026 voraussichtlich deutlich größer aus als im Vorjahr. 2025 wurden in Australien lediglich 43.800 t Macadamianüsse geerntet. Nach Angaben von AMS-Geschäftsführer Ben Baldwin verlief die Saison jedoch alles andere als einheitlich. Die Ergebnisse hätten sich je nach Anbauregion, Betrieb und Sorte erheblich unterschieden. Zwar werde die Produktion insgesamt höher ausfallen als 2025, doch profitierten nicht alle Anbaugebiete gleichermaßen. Viele Plantagen hätten zudem noch immer mit den Folgen mehrerer aufeinanderfolgender niederschlagsreicher Jahre zu kämpfen.
In Bundaberg, dem größten Macadamia-Anbaugebiet Australiens, ist die Ernte bereits zu etwa 90 % bis 95 % abgeschlossen. Dort sorgten günstige Witterungsbedingungen für einen zügigen Ernteverlauf und eine gute Nussqualität. Anders stellt sich die Lage in Teilen von New South Wales sowie im Südosten Queenslands dar. Vor allem in den Regionen Northern Rivers, Gympie und Glass House Mountains verzögerten anhaltende Niederschläge die Ernte erheblich. Dort sind die Arbeiten teilweise noch nicht abgeschlossen. Laut Baldwin steigt mit längeren Liegezeiten der Nüsse auf dem Plantagenboden auch das Risiko von Qualitätsverlusten.
Die Bedingungen während der Blüte und Fruchtentwicklung waren in den meisten Anbaugebieten grundsätzlich günstig. Eine gute Bestäubung und ein hoher Fruchtansatz sorgten für vielversprechende Voraussetzungen. Allerdings führte die frühe Blüte nicht überall zu einem entsprechend frühen Erntebeginn.
Auch die Ausbeute an Macadamiakernen entwickelte sich zunächst schwächer als erwartet. Im weiteren Saisonverlauf verbesserte sich die sogenannte Kernel Recovery jedoch in vielen Regionen. Bei einigen Sorten wirkte sich die vergleichsweise geringe Nussgröße weiterhin negativ auf den Kernanteil aus.
Da die Ernte in Teilen Australiens noch läuft, stehen die endgültigen Produktionszahlen noch aus. Die Australian Macadamia Society will die finale Erntemenge nach Abschluss der Saison im Laufe des Jahres veröffentlichen.