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Wirtschaftliche und ökologische Vorteile der regenerativen Landwirtschaft variieren stark je nach Betrieb und Region

Die regenerative Landwirtschaft kann europäischen Landwirten sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bieten, so das Fazit der Wageningen University & Research (WUR) im Rahmen des Forschungsprojekts „Regenomics“.

Feld wird bewässert
© Ulrich Müller/AdobeStock

Ob diese Vorteile tatsächlich zum Tragen kommen, hänge stark von den regionalen Gegebenheiten ab, wie bspw. der Verfügbarkeit von Wasser und Tierdung. Daher erfordere der Übergang zur regenerativen Landwirtschaft maßgeschneiderte, betriebsspezifische Ansätze.

„Regenerative Landwirtschaft wird weithin als vielversprechender Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft angesehen, doch uns fehlen noch ausreichende Erkenntnisse über die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen einer Ausweitung dieser Praxis“, sagt Projektleiter Mark Manshanden.

Um die Kosten und Vorteile besser zu verstehen, untersuchte sein Forschungsteam 40 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, Frankreich, Ungarn und Polen. Für acht dieser Betriebe führten die Forscher eine eingehende Analyse auf der Grundlage von zwei Szenarien durch: eines mit einigen kurzfristigen Schritten in Richtung regenerativer Praktiken und ein zweites Szenario mit umfassenderen Veränderungen auf längere Sicht.

Gewinne und Verluste

„Insbesondere in den von uns untersuchten polnischen und ungarischen Betrieben kann die regenerative Landwirtschaft erhebliche Gewinne bringen“, sagt Manshanden. „Mit relativ geringen Veränderungen erreichen diese Betriebe einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck und steigern gleichzeitig ihre Einnahmen. Viele dieser Betriebe setzen nach wie vor Pflanzenschutzmittel mit hohen Umweltauswirkungen ein. Der Verzicht auf deren Einsatz oder die Umstellung auf Alternativen macht einen großen Unterschied.“

In Deutschland und Frankreich haben dieselben regenerativen Maßnahmen jedoch nur begrenzte Auswirkungen. „In unseren Szenarien sinken die Erlöse dort deutlich, da die Ernteerträge geringer ausfallen, während die ökologischen Vorteile geringer sind.“

Allerdings sei das Bild nicht ganz so schwarz-weiß. In fast allen landwirtschaftlichen Betrieben führe regenerative Landwirtschaft zu geringeren Kosten, was den „Schock“ der Ertragseinbußen abmildere, erklärt Manshanden. „Der geringere Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und synthetischen Düngemitteln spart Geld. Auch der Arbeitsaufwand in Spitzenzeiten – wie bspw. zur Erntezeit – ist geringer, da die Flächen weniger intensiv bewirtschaftet werden. Das senkt die Kraftstoff- und Arbeitskosten, und die Maschinen verschleißen weniger schnell.“

Rahmenbedingungen

Der wirtschaftliche Erfolg regenerativer Anbaumethoden hänge eng mit den regionalen Rahmenbedingungen zusammen, fährt der Forscher fort. „Ist Tierdung verfügbar, und gibt es ausreichend Wasser? Ist es praktisch machbar, zusätzliche Kulturen in die Fruchtfolge aufzunehmen? Gerade wenn Landwirte eine größere Vielfalt an Kulturen anbauen wollen – was wir als Grundvoraussetzung für regenerative Landwirtschaft ansehen –, ist der Zugang zu ausreichend Dung und Wasser entscheidend.“

In der regenerativen Landwirtschaft gelten Tierdung und Kompost als wichtige Ersatzstoffe für synthetische Düngemittel. „Allerdings sind sie nicht in allen Regionen Europas verfügbar. Gleichzeitig führen zunehmende Dürren bereits zu Ertragseinbußen. Das wirft die Frage auf, ob der Anbau zusätzlicher Kulturen realistisch ist: Verschiedene Kulturen haben unterschiedlichen Wasserbedarf.“

Die Marktnachfrage sei ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Werden Landwirte in der Lage sein, diese zusätzlichen Kulturen zu verkaufen? „In unserer Forschung haben wir stickstoffbindende Kulturen wie Hülsenfrüchte eingeführt. Diese haben zudem klare ökologische Vorteile. Derzeit ist die Nachfrage nach solchen Kulturen auf dem Weltmarkt jedoch begrenzt. Um dies zu ändern, ist die Einbindung weiterer Akteure entlang der gesamten Lieferkette erforderlich.“

Zusammenfassend kommt Manshanden zu dem Schluss, dass der Übergang zur regenerativen Landwirtschaft einen maßgeschneiderten Ansatz erfordert. „Deshalb haben wir im Rahmen dieses Projekts ein Modell entwickelt, mit dem Landwirte die Auswirkungen spezifischer Maßnahmen auf Betriebsebene berechnen können.“