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„Wachstum ist nicht das einzige Ziel“: Blue Whale wird zum „Unternehmen mit gesellschaftlichem Auftrag“

Die vergangene Saison 2025/26 hat Blue Whale mit 313.476 t vermarkteten Äpfeln und einem Umsatz von 384,1 Mio Euro abschließen können – ein deutliches Wachstum zu den 356 Mio Euro Umsatz der davorliegenden Kampagne. 

Bruno Bertheloz - Geschäftsführer bei Blue Whale
Bruno Bertheloz, Geschäftsführer von Blue Whale
© Blue Whale

Die Ernte habe Prognosen übertroffen, allerdings sei die Fruchtgröße insgesamt geringer ausgefallen, zudem habe ein größerer Anteil der Ernte der Verarbeitung zugeführt werden müssen, so das Fazit.

Zusätzlich hätten Erträge, Packquoten und der Preisdruck die Erlöse pro Hektar belastet. Im Export hat sich vor allem der Umsatz in Fernmärkte wie der Nahe Osten, Indien und in die Golfstaaten mit +45 % positiv entwickelt – trotz „erheblicher Beeinträchtigungen“ durch die Krise rund um die Straße von Hormus. „Die Krise hat deutlich gemacht, wie fragil globale Lieferketten sind“, erklärt Exportleiter Marc Peyres. Dank schneller Reaktionen und guter Netzwerke habe man Lieferungen dennoch aufrechterhalten können.

Eine breite Aufstellung bietet Schutz, wenn einzelne Märkte unter Druck geraten – das zeigt sich bei Blue Whale, wo zwei Drittel der Gesamtmenge im Ausland vermarktet werden. Das Unternehmen aus Montauban ist nach eigenen Angaben in mehr als 70 Ländern vertreten.

Vorsichtiger Start in die Saison

Für die Kampagne 2026/27 sind die Schätzungen vorsichtig. Man rechne damit, dass die Erträge pro Hektar voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau liegen werden, auch dürften die Fruchtgrößen durch die Hitzewellen im Juni und Juli beeinträchtigt worden sein. 

Zwar führe ein Rückgang der in Europa verfügbaren Mengen zu einem potenziellen Ausgleich von Angebot und Nachfrage, doch die Frage der Wertschöpfung bleibe bestehen: Die Saison starte unter dem Druck bestehender Lagerbestände, größerer Mengen an Obst geringerer Qualität und einer Nachfrage, die weiterhin stimuliert werden müsse, so das Unternehmen.

62.000 t Pink Lady®-Äpfel werden in dieser Saison von Blue Whale vermarktet, zudem rechnet das Unternehmen mit über 6.000 t Bio-Äpfeln der Marke Juliet®. Doch für die Zukunft sei Wachstum nicht das einzige Ziel, erklärt Geschäftsführer Bruno Bertheloz. Es gehe darum, nachhaltigen Wert zu generieren, „vom Obstgarten bis zum Verbraucher“. Da setze die Strategie von Blue Whale an: „Wir investieren in unsere Obstplantagen, erneuern unser Sortenportfolio, treiben Innovationen voran und entwickeln Märkte mit entsprechender Wertschöpfung.“ Dass das keine leeren Worte sind, zeigen die Investitionspläne: 30 Mio Euro sollen pro Jahr in die Erneuerung der Obstgärten fließen. 

Gesellschaftlicher Auftrag für die Zukunft der Branche

Seit Juli ist der Unternehmenszweck offiziell in der Satzung aufgenommen, Blue Whale ist nun ein „Unternehmen mit gesellschaftlichem Auftrag“ (Entreprise à Mission), was bereits seit 75 Jahren im Mittelpunkt ihrer Identität stehe, nun jedoch einen formalen Rahmen erhalten habe, teilt Blue Whale mit. 

 Für die Zukunft hat sich das Unternehmen vier Ziele vorgenommen: 

  1. Die Zukunft der Erzeuger und des ländlichen Raums sichern
  2. In Menschen und Fachkompetenz investieren
  3. Gesunde Ernährung attraktiver machen
  4. Den Wandel in der Obstbranche vorantreiben – sprich: durch gemeinsame Innovation, Kooperation und langfristige Wertschöpfung nachhaltigen Wandel zu erzielen.
     

Auf der Fruit Attraction in Madrid wird das Team von Blue Whale für Gespräche rund um die erreichten und geplanten Ziele zur Verfügung stehen.