Wer keine Obstplantagen mit Bewässerung, Hagelnetzen und Frostschutz sowie einem durchschnittlichen Ertrag von rund 50 t pro Hektar erzielen könne, sollte erst gar nicht versuchen, Äpfel anzubauen, warnt der Verband. Angesichts der herrschenden klimatischen Bedingungen und des intensiven Wettbewerbs auf dem Markt gebe es keine Toleranzen mehr für die Unwägbarkeiten der Produktion, bei denen die Erträge je nach Frost oder Trockenheit schwanken. Folglich hätten die meisten Apfelbauern langfristig keine Überlebenschance, lediglich diejenigen, die bereits unter professionellen Bedingungen wirtschafteten. Nach Angaben von Ferenc Apáti, dem Präsidenten von Fruitveb, hat die heimische Apfelproduktion den niedrigsten Stand seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen erreicht. Die erwartete Ernte beläuft sich dem Bericht des „Trade Magazine Hungary“ zufolge auf 140.000 t gegenüber 170.000 t im vergangenen Jahr. Bereits das Vorjahresergebnis galt als schlechteste Ernte aller Zeiten in Ungarn. In einem guten Jahr erreiche die Ernte normalerweise 500.000 t, sodass das Defizit in diesem Jahr 70 % bis 80 % betrage. Als Hauptursache nennt Apáti die Frühjahrsfröste, insbesondere die Frosttemperaturen Ende April und Anfang Mai. Darüber hinaus blieben die Preise angesichts des zunehmenden Importdrucks niedrig, hierfür seien nicht allein die klimatischen Bedingungen verantwortlich.