Trockenheit und Unwetter belasten Schweizer Obstbau
Anhaltende Hitze, Trockenheit, knappe Wasserressourcen und schwere Hagelschäden setzen die Schweizer Obstproduzentinnen und Obstproduzenten unter Druck.
Der Schweizer Obstverband (SOV) fordert faire Markt- und verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Versorgung mit Schweizer Früchten langfristig gesichert werden kann.
Die Wetterextreme der vergangenen Wochen stellen den Schweizer Obstbau vor große Herausforderungen. Die langanhaltende Trockenheit setze den Kulturen zu und erschwere die Produktion. Trotz der schwierigen Bedingungen engagierten sich die Schweizer Obstproduzentinnen und Obstproduzenten mit großem Einsatz, um die Versorgung mit qualitativ hochwertigen einheimischen Früchten sicherzustellen. Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch einen starken Hagelzug, der in mehreren Anbaugebieten erhebliche Schäden an den Früchten verursachte.
Wirtschaftlicher Druck nimmt zu
Für die Obstbaubetriebe treffen diese Wetterextreme auf eine Zeit steigender Produktionskosten. Bewässerungsmassnahmen, Investitionen in Schutzvorrichtungen und ein höherer Arbeitsaufwand erfordern zusätzliche Mittel. Gleichzeitig erwarte der Markt qualitativ hochwertige und nachhaltig produzierte Schweizer Früchte. Damit diese Leistungen auch künftig erbracht werden können, brauche es entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine faire Preisgestaltung.
Der Schweizer Obstverband betont, dass die besonderen Anforderungen an die Produktion und der damit verbundene Mehraufwand bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden müssen. So Jimmy Mariéthoz, Direktor des Schweizer Obstverbands: „Wer hochwertige Schweizer Früchte produziert und gleichzeitig die Folgen von Wetterextremen bewältigt, darf nicht zusätzlich durch Tiefpreisstrategien unter Druck geraten.“ Der SOV fordert alle Akteure der Wertschöpfungskette auf, der Verantwortung gerecht zu werden.
Handlungsbedarf auf politischer Ebene
Der Schweizer Obstverband fordert von Politik und Behörden verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich die Betriebe besser an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Dazu gehören insbesondere einfache Bewilligungsverfahren für Schutzvorrichtungen gegen Wetterextreme, die Förderung von Wasserrückhaltebecken, Bewässerungs- und Witterungsschutzinfrastrukturen sowie wirksame Pflanzenschutzmaßnahmen. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen und fairen Marktbedingungen kann die langfristige Versorgung der Schweiz mit einheimischen Früchten sichergestellt werden.