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Summende Arbeiter sorgen für die schönsten und leckersten Früchte

Wer zu Hause eine Erdbeere isst oder eine Tomatenstrauch in die Küche stellt, denkt oft nicht darüber nach, wie viel Arbeit dahintersteckt. Nicht nur die des Erzeugers, sondern auch die einer ganzen Armee kleiner, fleißiger Arbeiter: der Hummeln. 

Hummel auf Blüte und mit Pollen am Körper
© JuergenL/AdobeStock

Im Gewächshausanbau sind sie unverzichtbar geworden. Ohne Hummeln würden viele Tomaten, Paprika und Erdbeeren nämlich ganz anders aussehen oder gar nicht existieren.

Bevor eine Tomate oder Erdbeere wachsen kann, muss eine Blüte zunächst bestäubt werden. Bei Tomaten ist dies sogar notwendig, um überhaupt eine Frucht zu erhalten. Hummeln sind darin besonders gut. „Sie packen eine Blüte und lassen ihre Flugmuskeln blitzschnell vibrieren. Durch diese Vibration löst sich der Pollen leicht. Außerdem haftet der Pollen gut an den Haaren der Hummel, sodass sie ihn problemlos auf eine andere Pflanze übertragen kann“, erklärt Carolien van den Biggelaar – Spezialistin bei Royal Brinkman in Gameren. Bienen können das viel weniger gut, weshalb Hummeln die Spezialisten für Tomatenpflanzen sind. Außerdem bleiben Hummeln leichter im Gewächshaus als Bienen und fliegen auch bei kühlerem Wetter oder wenig Licht weiter, weiß van den Biggelaar. Das ist in den Niederlanden wichtig, wo das Wetter nicht immer sonnig ist. Dank der Hummeln können Gewächshausgärtner dennoch auf eine gute Bestäubung zählen, auch im frühen Frühjahr oder an dunklen Wintertagen.

Bei Erdbeeren läuft es wieder etwas anders ab. Carolien van den Biggelaar: „Eine Erdbeerblüte besteht aus sehr vielen kleinen Fruchtansätzen. Wenn nicht alle Teile richtig bestäubt werden, wächst die Erdbeere schief oder unregelmäßig. Eine gute Bestäubung sorgt hingegen für schöne, pralle Erdbeeren. Deshalb werden im Erdbeeranbau manchmal sowohl Hummeln als auch Bienen eingesetzt.“

Unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet

Die Hummeln leben in speziellen Kästen, die über das Gewächshaus verteilt sind. In einem solchen Kasten befindet sich eine komplette Kolonie mit etwa sechzig bis siebzig Arbeiterinnen. Die Kolonien werden speziell unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet, wobei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht genau geregelt werden. „Es beginnt mit einer Königin und einem Männchen, die gemeinsam in ein Kästchen gesetzt werden und die Grundlage für ein neues Nest bilden. Zu Beginn entwickeln sich die Hummeln vor allem im Dunkeln, da Licht sie dann noch stört“, erklärt van den Biggelaar. „Danach erhalten sie Wärme, Zuckerwasser und Pollen, und die Kolonie wächst weiter. Schließlich entsteht so ein Kästchen voller Hummeln, bereit für den Transport zum Züchter.“

Verschiedene Arten für verschiedene Situationen

Es gibt verschiedene Arten von Hummeln für unterschiedliche Situationen, wie zum Beispiel kleine Gewächshäuser, große Gewächshäuser oder Gewächshäuser mit LED-Beleuchtung. „In modernen Gewächshäusern wird immer häufiger LED-Beleuchtung eingesetzt. Das ist energieeffizient, für Hummeln jedoch manchmal problematisch. Sie orientieren sich nämlich am Tageslicht und am UV-Licht. Unter künstlichem Licht können sie verwirrt werden. Deshalb gibt es heutzutage spezielle Hummeln, die besser mit langen Lichtphasen in beleuchteten Winterkulturen zurechtkommen“, so die Expertin.