von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Suezkanal: Maersk und Hapag-Lloyd wagen zweiten Anlauf

Nach einem gemeldeten Angriff im Roten Meer und einem gescheiterten ersten Versuch im Frühjahr kehrt die Gemini-Kooperation erneut auf die Suez-Route zurück. Die Börse reagiert verhalten.

Containerschiff im Suezkanal
© Mariusz - AdobeStock

Maersk und Hapag-Lloyd kehren mit ihrer Gemini-Kooperation erneut auf die Route durch den Suezkanal zurück, wie die beiden Reedereien mitteilen. Dazu gehört der AE15-Dienst, der Asien, das Mittelmeer und Europa verbindet und künftig wieder über Port Said und Damietta statt um das Kap der Guten Hoffnung fahre. Gestartet werde mit der „Majestic Maersk“, die Strecke soll über Qingdao, Kwangyang, Ningbo, Tanjung Pelepas, Port Said, Damietta, Colombo und Singapur führen.

Die Entscheidung beruhe laut den Unternehmen auf einer „gründlichen Einschätzung der Sicherheitslage im Roten Meer“ und stelle „einen Schritt in Richtung einer allmählichen Rückkehr zur Suez-Route“ dar. Weitere Anpassungen des Gemini-Netzwerks seien derzeit nicht geplant, heißt es weiter.

Es handelt sich bereits um den zweiten Versuch der beiden Reedereien in diesem Jahr, ihre Dienste durch das Rote Meer zu führen: Ein erster Anlauf im Februar wurde nach der Eskalation zwischen den USA und dem Iran im März wieder gestoppt.

Dass die Lage weiterhin angespannt ist, zeigt ein Vorfall vom 5. Juli, wo die britische Sicherheitsbehörde UK Maritime Trade Operations (UKMTO) einen Angriff auf ein Frachtschiff rund 30 Seemeilen südwestlich von Al Hudaydah im Jemen meldete. Die Behörde teilte mit, das Schiff sei von Unbekannten angegriffen worden; verletzt worden sei niemand. Zu dem Vorfall habe sich bislang keine Gruppe bekannt.

An den Finanzmärkten hat die Ankündigung Kursverluste ausgelöst: Die Maersk-Aktie sei im Handel in Kopenhagen zeitweise um mehr als 5 % gefallen, das Papier von Hapag-Lloyd um rund 3 %, wie investing.com berichtet – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Rückkehr zur Suez-Route trotz der offiziellen Sicherheitsprüfung mit Vorsicht betrachten.

Für den Handel bleibt die Entwicklung dennoch von Interesse: Eine Rückkehr zum Suezkanal könnte mittelfristig wieder zu kürzeren Transitzeiten und günstigeren Frachtraten zwischen Asien und Europa führen. Die Reedereien machten jedoch deutlich, jederzeit zur Kap-Route zurückkehren zu können: „Sollte sich die Sicherheitslage verschlechtern, was die Streichung einzelner Fahrten oder eine umfassendere strukturelle Umstellung des Dienstes zurück auf die Route über das Kap der Guten Hoffnung erforderlich machen könnte, verfügen wir über Notfallpläne“, heißt es abschließend in der Mitteilung der Unternehmen. Ein erneuter Rückschritt wie im März ist daher nicht ausgeschlossen.

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