Helopeltis antonii sticht junge Guaven an und saugt Pflanzensaft. Die Frucht bleibt daraufhin nicht untätig, sondern aktiviert ihre natürlichen Abwehrmechanismen. Die Wissenschaftler stellten u.a. Veränderungen bei verschiedenen Inhaltsstoffen fest. Phenole und Flavonoide (Pflanzenstoffe, die auch bei der Abwehr von Schädlingen eine Rolle spielen) nahmen zu. Bei Zucker und Aminosäuren wurden niedrigere Werte gemessen. Außerdem waren bestimmte Enzyme, die an der pflanzlichen Abwehr beteiligt sind, stärker aktiv.
Interessant wurde es beim nächsten Schädling: der Orientalischen Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis), die verschiedene Obst- und Gemüsearten befällt. Die Weibchen legen ihre Eier in Früchten ab. Dort entwickeln sich anschließend die Larven. Die zuvor von H. antonii angegriffenen Guaven zogen der Studie zufolge die Fruchtfliegen weniger stark an. Die Tiere legten dort zudem weniger Eier ab. Auch die Entwicklung der Larven wurde beeinträchtigt.
Interessant für integrierten Pflanzenschutz
Eine Rolle könnten dabei auch Veränderungen im Duftstoffprofil der Guaven spielen. Die Forschenden stellten Unterschiede bei den sogenannten flüchtigen Verbindungen fest. Das sind Stoffe, die von einer Frucht an die Umgebungsluft abgegeben werden, ihren Geruch mitprägen und Insekten u.a. bei der Suche nach geeigneten Früchten Orientierung geben können.
Der erste Schädlingsbefall hatte die Guaven damit gewissermaßen in Abwehrbereitschaft versetzt, mit Folgen für den später auftretenden Schädling. Für den integrierten Pflanzenschutz sind solche Wechselwirkungen interessant. Ein besseres Verständnis darüber, wie ein erster Schädlingsbefall die Abwehr einer Pflanze gegenüber einem später auftretenden Schädling beeinflusst, könnte langfristig dazu beitragen, natürliche Abwehrmechanismen gezielter in Pflanzenschutzstrategien einzubeziehen.
Die Studie von P. D. Kamala Jayanthi, Arul Dhayalan und Sumathi Manoharan wurde in der Fachzeitschrift „Plant Science“ veröffentlicht.