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SPAR und Frutura erproben Ilzer Rosenapfel und Falchs Gulderling im Erwerbsobstbau

Rund 2.000 Apfelsorten sind in Österreich bekannt. Im Erwerbsobstbau wird jedoch nur ein kleiner Teil davon genutzt. Gemeinsam mit Frutura erprobt SPAR eigenen Angaben zufolge derzeit den Anbau von zwei selten gewordenen Sorten: dem Ilzer Rosenapfel aus der Steiermark und dem Falchs Gulderling aus Tirol.

drei Menschen halten in einer Plantage Äpfel in der Hand
Katrin Hohensinner-Häupl und Manfred Hohensinner (Geschäftsführung Frutura) mit Markus Kaser (Mitte, stv. Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich)
© SPAR

Auf einer Testfläche in der Steiermark wachsen mittlerweile 2.150 Bäume. In den kommenden Jahren soll untersucht werden, wie sich die beiden Sorten unter heutigen Anbaubedingungen entwickeln und ob eine regionale Vermarktung möglich ist.

Die Idee für das Projekt entstand im SPAR-Bienenrat, einem interdisziplinären Gremium, das sich mit Biodiversität, Artenvielfalt und dem Erhalt alter Kulturpflanzen beschäftigt. Gemeinsam mit dem steirischen Obst- und Gemüseproduzenten Frutura, der Sortenvielfaltsorganisation ARCHE NOAH und weiteren Experten wurden Apfelsorten identifiziert, die sich sowohl durch ihre Geschichte als auch durch ihre Eigenschaften für die Erprobung im modernen Anbau eignen. Nun wird in der Steiermark getestet, ob die historischen Apfelsorten Ilzer Rosenapfel und Falchs Gulderling auch unter heutigen Marktbedingungen ihren Platz im Obstregal finden können.

Von wenigen Edelreisern zu mehr als 2.000 Bäumen

Der Ilzer Rosenapfel stammt aus dem steirischen Sortenerhaltungsgarten Wagersbach. Die Edelreiser des Falchs Gulderling wurden aus einem Sortenerhaltungsquartier des Versuchszentrums Laimburg in Südtirol gewonnen. Durch die Veredelung auf junge Apfelbäume konnte der Bestand schrittweise aufgebaut werden. 2023 startete das Projekt mit den ersten Edelreisern und Veredelungen. Heute umfasst die Testanlage rund 0,7 ha. Gepflanzt wurden 1.300 Bäume des Ilzer Rosenapfels und 850 Bäume des Falchs Gulderling. Langfristig ist eine Erweiterung auf rund einen Hektar mit jeweils bis zu 1.500 Bäumen pro Sorte vorgesehen.

„Viele Konsumentinnen und Konsumenten interessieren sich heute wieder stärker dafür, wo Lebensmittel herkommen, welche Sorten dahinterstehen und wie sie schmecken. Für uns geht es aber um mehr: Biodiversität schafft die Grundlage für eine vielfältige und zukunftsfähige Landwirtschaft und kann langfristig auch neue regionale Wertschöpfung ermöglichen. Deshalb wollen wir herausfinden, ob der Ilzer Rosenapfel und der Falchs Gulderling unter heutigen Bedingungen im Erwerbsobstbau bestehen. Wenn das gelingt, möchten wir diese besonderen Sorten künftig regional in ausgewählten Märkten bei SPAR anbieten“, betont Markus Kaser, stv. Vorstandsvorsitzender von SPAR Österreich.

Erste Erkenntnisse aus der Testanlage

Im Projekt werden u.a. Wuchsleistung, Fruchtqualität, Ertrag, Krankheitsanfälligkeit und Lagerfähigkeit beobachtet. Erste Erfahrungen zeigen, dass sich die Bäume des Ilzer Rosenapfels kräftig entwickeln. Beim Falchs Gulderling konnten bereits große Früchte und erste Erträge beobachtet werden. Für belastbare Aussagen über die längerfristige Entwicklung der Sorten seien weitere Versuchsjahre notwendig. Die ersten Früchte werden bereits jetzt geerntet. In einer ersten Pilotphase werden beide Sorten für einen begrenzten Zeitraum und so lange der Vorrat reicht ab Ende November 2026 exklusiv bei INTERSPAR am Schottentor in Wien zu kaufen sein. Ein Teil der ersten Ernte wird für Verkostungen, Untersuchungen und Lagertests verwendet. Zusätzlich erhalten steirische Kindergärten und Schulen Äpfel aus dem Projekt.

„Landwirtschaft steht nie still. Sie lebt vom Wissen vergangener Generationen ebenso wie von der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Mit den alten Apfelsorten verbinden wir beides: Wir testen sie im modernen Anbau und machen dadurch ihre Geschichte und ihren Geschmack wieder erlebbar“, erklären Katrin Hohensinner-Häupl und Manfred Hohensinner, die Geschäftsführung von Frutura.

Bewähren sich die beiden Sorten im weiteren Projektverlauf, sollen die Anbaumengen schrittweise erhöht und die Äpfel künftig regional in weiteren ausgewählten SPAR-Märkten angeboten werden.