Spanien importiert Obst und Gemüse zunehmend aus Drittländern
Die spanischen Obst- und Gemüseimporte beliefen sich nach Informationen des Branchenverbandes FEPEX im ersten Halbjahr 2026 auf 2,5 Mio t und einen Wert von 3,086 Mrd Euro. Damit stiegen die Einfuhren gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um 6,8 % nach Menge und um 4,4 % nach Wert.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt aus Sicht des Verbandes eine zunehmende Abhängigkeit von Obst und Gemüse aus Drittländern. Diese machen inzwischen 54 % der Importmenge und mehr als 72 % des Importwertes aus. In diesem Zeitraum haben die außergemeinschaftlichen Lieferländer ihre führende Position weiter gefestigt. Länder außerhalb der Europäischen Union lieferten zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 1,4 Mio t, 7 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Wert dieser Einfuhren stieg ebenfalls um 7 % auf 2,23 Mrd Euro. Damit entfielen auf Drittländer 54 % der gesamten Importmenge und 72 % des Gesamtwertes der spanischen Obst- und Gemüseimporte.
Marokko ist der Top-Lieferant
Innerhalb dieser Gruppe bleibt Marokko laut FEPEX gemessen am Wert der wichtigste Lieferant. Die spanischen Einfuhren aus dem Land beliefen sich auf 950 Mio Euro, ein Anstieg von 6 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Mengenmäßig gingen die Importe aus Marokko jedoch um 7 % auf 351.118 t zurück. Auf Marokko folgten Peru mit einem Importwert von 289 Mio Euro und einer Menge von 150.622 t sowie Costa Rica mit 182 Mio Euro und 224.725 t. Costa Rica war damit nach Marokko der zweitwichtigste außergemeinschaftliche Lieferant nach Menge. Zu den wichtigsten Lieferländern außerhalb der EU zählen außerdem Brasilien mit 121 Mio Euro und 97.484 t, Chile mit 107 Mio Euro und 58.313 t sowie Ägypten, das mehr als 107.000 t lieferte und einen Wert von 60 Mio Euro erreichte.
Frankreich EU-Lieferland Nr. 1
Die Importe aus den EU-Mitgliedstaaten lagen bei einem Anteil von 46 % an den spanischen Gesamtimporten. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 1,18 Mio t aus anderen EU-Staaten importiert, 7 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Der Wert dieser Einfuhren ging hingegen um 2,6 % auf 856 Mio Euro zurück. Damit entfielen auf die EU 46 % der Gesamtmenge, aber lediglich 28 % des Gesamtwertes der spanischen Obst- und Gemüseimporte. Innerhalb der EU konnte Frankreich seine Position als wichtigstes Herkunftsland der spanischen Importe weiter ausbauen. Mit 657.918 t stammte mehr als die Hälfte der aus der EU importierten Menge aus Frankreich. Wertmäßig beliefen sich die spanischen Einkäufe aus Frankreich auf 211,5 Mio Euro. Es folgten die Niederlande mit 149.003 t und 142,6 Mio Euro sowie Portugal mit 138.094 t und 194,3 Mio Euro. Ebenfalls bedeutend war Italien mit knapp 100.000 t und einem Wert von 135,8 Mio Euro.