Schweiz: Kartoffelanbau trotz Pflanzenschutzproblematik leicht im Aufwind
Die Anbaufläche in der Schweiz hat gemäß Hochrechnung von Swisspatat im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen, der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid) hat die Daten in einem Themen-Special zusammengetragen.
Während die Fläche 2024 demnach noch 10.707 ha betrug, belief sie sich 2025 schätzungsweise auf 11.029 ha, also um rund 320 ha mehr. Die vier Hauptsorten im Anbaujahr 2025 waren Agria mit einem Anteil von 15,2 % und 1.676 ha, Erika mit einem Anteil von 8,8 % und 966 ha, Innovator mit 6,4 % Anteil und 705 ha sowie Jelly mit einem Anteil von 5,6 %und 622 ha. Mit rund einem Drittel machen festkochende Sorten Swisspatat zufolge den größten Anteil aus, dicht gefolgt von Frites mit knapp 32 % und mehligkochenden Sorten mit knapp 19 %. Die durchschnittlichen Bruttoerträge lagen 2025 mit 411 kg auf nationaler Ebene höher als in den vier Vorjahren. Verglichen mit den Mengen anderer ertragsreicher Jahre sei die Ernte 2025 jedoch nicht überdurchschnittlich, so Swisspatat. Gemäß den WTO-Verträgen muss die Schweiz einen minimalen Marktzutritt von fünf Prozent des durchschnittlichen Inlandverbrauchs der Referenzjahre 1995 und 1996 gewährleisten. Dieses Basiszollkontingent beträgt für Speise-, Pflanz- und Veredelungskartoffeln insgesamt 19.750 t. Reicht das nicht, beantragt die Branche beim Bundesamt für Landwirtschaft Zusatzkontingente. Aufgrund des Wetters, Krankheiten und Schädlinge, die den Kartoffelanbau stark beeinflussen, mussten die zusätzlichen Importkontingente zuletzt des Öfteren beansprucht werden.
Probleme beim Pflanzenschutz
Der Wegfall von Pflanzenschutzmitteln beschäftigt die gesamte Schweizer Landwirtschaft. Viele Mittel verlieren ihre Zulassung und nur wenige neue Mittel kommen auf den Markt. Die Bäuerinnen und Bauern können somit viele Kulturen wie Getreide, Raps, Zuckerrüben und auch Gemüse nicht mehr genügend vor Krankheiten und Schädlingen schützen. Dies führt zu höherem Arbeits- und Kostenaufwand sowie möglichen Einbußen beim Ertrag und in der Qualität. Auch auf die Kartoffelwirtschaft wirkt sich dies in erheblichem Maße aus. „Der Pflanzenschutz bereitet uns Sorge“, sagt Niklaus Ramseyer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten, die sich für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, mehr Forschung die Förderung robuster Sorten engagiert. Wie chemische Pflanzenschutzmittel reduziert oder ersetzt werden können, wird auch in der Schweiz intensiv untersucht. Für die Unkrautbekämpfung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: mechanische Bekämpfung von Hand oder mit Maschinen wie Hackern oder Jät-Robotern. Bei diesen Techniken steigt jedoch der CO2-Aussstoß im Vergleich zur chemischen Bekämpfung. Auch das Spotspraying oder die Bandspritzung zielen auf eine Reduktion von Herbiziden ab. Diese modernen Technologien werden bisher im Ackerbau und Gemüsebau nur begrenzt eingesetzt, weil sie teuer sind. Bei Kulturen mit großem Pilzrisiko sind Pflanzenschutzmittel daher existenziell, um sie überhaupt anzubauen.