2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Rheinland-Pfalz: Hitze setzt Äpfeln und Kirschen zu

Die rheinland-pfälzischen Obstbaubetriebe können dieses Jahr – nach einer ersten Bilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems – eine Gesamternte von 36.200 t Baumobst einfahren. Dies entspricht einer Abnahme von 32 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Vorjahr war dabei ein überaus starkes Jahr für den Obstbau. Der sechsjährige Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 wird um 24 % verfehlt.

Reife, rote Kirschen hängen in dichten Trauben an einem Ast mit grünen Blättern vor blauem Himmel
© FV Photography/AdobeStock

Ein wesentlicher Grund für die kleinere Erntemenge sind wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2026. Dadurch fielen z. B. Äpfel vorzeitig vom Baum, oder wiesen Schäden durch Sonnenbrand auf. Die Kirschen blieben teilweise kleiner, entwickelten sich nicht vollständig und fielen vorzeitig vom Baum.

Apfelernte fällt deutlich schwächer aus

Bei der in Rheinland-Pfalz bedeutendsten Baumobstart, dem Apfel, fällt die Erntemenge sehr schwach aus: Es wird von einer Gesamterntemenge von rund 18.800 t ausgegangen. Das wären 8.000 t (30 %) weniger als der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Gegenüber dem Vorjahr fällt die Apfelernte um 35 % niedriger aus. Rechnerisch stünden jedem Einwohner in Rheinland-Pfalz 4,6 kg Äpfel aus heimischer Erzeugung zur Verfügung. Der Hektarertrag wird auf 15 t geschätzt. Der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 beträgt 21 t/ha.

Weniger Pflaumen und Zwetschen

Für die Pflaumen- und Zwetschenernte werden in diesem Jahr 9.900 t geschätzt. Das ist eine um 32 % geringere Menge als im Vorjahr (14.500 t). Das langjährige Mittel wird um zehn Prozent unterschritten. Der Hektarertrag liegt mit 10,7 t/ha deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre von 12,1 t (minus 12 Prozent).

Auch Sauerkirschen deutlich unter Vorjahresniveau

Bei den Sauerkirschen wird eine Gesamterntemenge von 2.100 t erwartet. Das sind 23 % weniger als im Vorjahr (2.700 t). Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt werden 36 % weniger erwartet (3.200 t). Der Hektarertrag liegt mit 4,5 t/ha 23 % unter dem Hektarertrag von 5,8 t des Vorjahres. 

Süßkirschen mit besonders niedrigen Erträgen

Die geschätzte rheinland-pfälzische Erntemenge an Süßkirschen beträgt 2.000 t und liegt damit um 46 % unter dem starken Vorjahr (3.600 t) und 33 % unter dem sechsjährigen Durchschnitt von 2.900 t. Der Hektarertrag liegt mit 3,0 t je Hektar auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich dazu betrug die Erntemenge im Vorjahr 5,6 t/ha und im sechsjährigen Durchschnitt 4,5 t.

Apfelanbau nimmt größten Flächenanteil ein

Die Flächenangaben für die in die Ernteberichterstattung einbezogenen Baumobstarten basieren auf den Ergebnissen der Baumobsterhebung 2022 und umfassen rund 3.500 ha. Äpfel sind mit rund einem Drittel der Fläche (1.255 ha) die wichtigste Obstart. Es folgten Pflaumen und Zwetschen (926 ha) vor Süßkirschen (657 ha) und Sauerkirschen (455 ha). Mirabellen und Renekloden wuchsen auf 188 ha und Birnen auf 139 ha.