„Der deutlich zunehmende Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln ist hier außen vor. Niemand muss Angst haben, dass es keine regional erzeugten Erdbeeren mehr gibt“, stellt Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (Bonn), fest.
Während die Freilandflächen kontinuierlich zurückgingen, nehme der geschützte Erdbeeranbau stetig zu. Nach Angaben von IT.NRW sei die Anbaufläche für Erdbeeren in Gewächshäusern und Folientunneln in Nordrhein-Westfalen zwischen 2015 und 2025 um fast 70 % gewachsen. Zahlen zur Erntemenge aus dem geschützten Anbau lägen derzeit noch nicht vor, da die Erdbeerernte dort noch bis in den November andauere. Entsprechende Daten würden erst im kommenden Frühjahr erwartet.
Als Gründe für die Verlagerung in den geschützten Anbau nennt der Verband höhere Erträge und einen geringeren Flächenbedarf. Zudem seien die Früchte besser vor Witterungseinflüssen geschützt. „Da die Früchte vor Witterungseinflüssen geschützt sind, kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden und die Qualität der roten Früchte ist besser“, so Boekels. Darüber hinaus sei auch die Pflückleistung der Erntehelfer höher, was angesichts steigender Lohnkosten eine wichtige Rolle spiele. Auf einen im Freiland erforderlichen Flächentausch könne im geschützten Anbau ebenfalls verzichtet werden.
Mit Blick auf die Versorgung verweist Boekels trotz des Wettbewerbs mit anderen Erzeugerländern auf die Perspektiven des heimischen Anbaus: „Auch wenn wir mit der Konkurrenz aus anderen Erzeugungsländern zu kämpfen haben, in denen die Lohnkosten deutlich niedriger als bei uns liegen, werden die Verbraucher auch in Zukunft frische Erdbeeren aus dem Rheinland kaufen können.“