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Niedersachsen: Kartoffelfläche deutlich rückläufig

Wie der Landvolk Pressedienst (LPD) mitteilt, sorgten im Nordosten Niedersachsens vereinzelte Regenschauer in diesem Jahr zumindest zeitweise für Entlastung. Dennoch sei die Beregnung unabdingbar gewesen, um Ertrag und Qualität während der trockenen und vor allem heißen Phasen zu sichern. Dies betonte Boris Erb, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen. 

Kartoffeln auf dem Feld
© natara/AdobeStock

Im Westen Niedersachsens hätten seine Berufskollegen der Trockenheit aufgrund mangelnder Beregnungsmöglichkeiten deutlich weniger entgegensetzen können. „Niedersachsenweit überwiegt die negative Stimmung, weil die Pflanzen zum Teil verheerend aussehen“, so Erb. Ohne Bewässerung sei besonders der Anbau von Kartoffeln, Zuckerrüben, Zwiebeln und Sonderkulturen in manchen Regionen unmöglich.

Nach einem deutschlandweiten Rekordanbaujahr 2025 mit einer Fläche von 301.800 ha Kartoffeln prognostiziert das Statistische Bundesamt für 2026 einen rückläufigen Anbau und geht von etwas mehr als 268.000 ha aus, was einem Rückgang um etwa elf Prozent entspricht. In Niedersachsen werden 2026 auf 115.332 ha Kartoffeln angebaut. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 15.460 ha. 

Stärkekartoffeln nehmen eine Fläche von 76.635 ha ein, das sind 4.750 ha weniger als 2025. Speisekartoffeln wachsen auf 38.697 ha Hektar, das ist ein Minus von 10.708 ha zum Vorjahr. „Der Rückgang ist vor allem eine Reaktion auf die schwierige Marktlage und die damit einhergehenden schlechten Preise in 2025“, betonte Erb.
 
Zu kämpfen haben die Landwirte auch mit der weiteren Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als Überträger bakterieller Krankheiten an Kartoffeln. Im Vergleich zum vergangenen Jahr scheint es nach Erkenntnissen der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) aufgrund der Witterungsbedingungen eine längere Flugphase gegeben zu haben. 

Das alles zeige, dass die gemeinsamen Anstrengungen der Branche mit Behörden und Politik hinsichtlich der Eindämmung der Zikade durch wirksame Pflanzenschutzmittel und weiterer Forschung weiterhin notwendig und zwingend erforderlich seien.