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Niederlande: Digitaler Zwilling für Kühltransporte

Die Qualität von frischem Obst und Gemüse während der Lieferkette nach der Ernte zu erhalten, bleibt eine Herausforderung. Besonders schwierig ist es, Kühltransporte wirksam zu überwachen und zu optimieren, heißt es von der Wageningen University & Research (WUR). 

Nahaufnahme mehrerer reifer roter Erdbeeren mit grünen Blättern
© Piman Khrutmuang/AdobeStock

Üblicherweise werde die Lufttemperatur lediglich an einer Stelle im Kühlauflieger gemessen. Das liefere jedoch nur begrenzte Informationen über Temperaturunterschiede innerhalb der Ladung und die Faktoren, die zu Qualitätsverlusten führen.

Elisabeth Tobler hat deshalb im Rahmen ihrer Forschungsarbeit ein physikbasiertes dreidimensionales Modell eines Kühlaufliegers entwickelt. Es simuliert die Luftströmung und Wärmeübertragung innerhalb der Ladung. Werden reale Sensordaten aus kommerziellen Transporten in das Modell eingespeist, fungiert es als digitaler Zwilling und macht die Temperaturverteilung innerhalb des Aufliegers sichtbar.

Speziell für Erdbeeren entwickelte Tobler zusätzlich ein Qualitätsmodell. Damit lässt sich vorhersagen, wie sich die Temperatur während des Transports auf die Qualität der Früchte auswirkt. Nach Angaben der WUR stimmten die Ergebnisse des Modells gut mit den Messungen überein. Die Temperaturabweichungen lagen bei etwa 1 °C.

Eingebunden in ein benutzerfreundliches System könne das Modell schnellere, datengestützte Entscheidungen ermöglichen, eine bessere Anlieferung der Produkte unterstützen und dazu beitragen, Lebensmittelverluste zu reduzieren, so die WUR.

Tobler wird ihre Dissertation zu physikbasierten digitalen Zwillingen von Kühlaufliegern am 23. September 2026 an der Wageningen University & Research verteidigen. Die Verteidigung können Interessierte auch per Livestream verfolgen.